Spekulationen über Goldschakal im Norden: Killerwels Kuno und Brillenkaiman Sammy haben es bereits zur Berühmtheit geschafft. In diesem Jahr könnte es eine angeblich im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns umherstreifende Raubkatze sein, die zum «Sommerloch»-Tier wird, das den Medien in der nachrichtenarmen Zeit zu Schlagzeilen verhilft.
Vergrößern Spekulationen über Goldschakal im Norden | Bild: © ddp

Zoologen jedenfalls spekulieren bereits, dass es sich dabei um einen aus Südeuropa eingewanderten Goldschakal handeln könnte. Das ominöse Tier sei seit gut einer Woche zwar nicht wieder aufgetaucht, sagte der Sprecher der Kreisverwaltung Uecker-Randow, Achim Froitzheim, am Dienstag in Pasewalk. Dennoch nehme man die Hinweise von Bürgern ernst. Es sei nicht auszuschließen, so eine weitere These, dass es sich um ein zu groß gewordenes Raubtier handle, das dessen frühere Besitzer an der nahegelegenen deutsch-polnischen Grenze ausgesetzt haben.

Das Tier wurde an verschiedenen Orten gesehen. Zuerst hatten Angler gemeldet, an einem See bei Pasewalk eine löwen- oder pumaähnliche Raubkatze mit einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern gesehen zu haben. 19 Stunden später wollte eine Rentnerin 50 Kilometer entfernt «ein etwa schafgroßes Tier» an einem am Truppenübungsplatz beobachtet haben.

Für Magnus Wessel vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) klingt jedenfalls die Möglichkeit eines wandernden Goldschakals plausibel. Es habe in der Vergangenheit schon mehrmals Tiere der mit dem Wolf verwandten Art der Hunde gegeben, die sich aus dem ungarischen Raum Richtung Norden aufgemacht hatten. So seien erst vor zwei Jahren Spuren eines Schakals in der Lausitz entdeckt worden, sagte der Experte für Artenschutz auf ddp-Anfrage in Berlin. Ein Tier wurde jedoch nicht gesichtet. Jahre zuvor war in Brandenburg ein toter Schakal gefunden worden.

Ein Schakal ist Wessel zufolge anpassungsfähig. Meist jagt er allein. Junge Hasen, Kaninchen, Hühner und Mäuse, aber auch Schlangen und Insekten sind seine Nahrung. «Auch mit den Resten eines totgefahrenen Tiers kann er sich zeitweilig begnügen», sagte Wessel.

Neben dem möglichen Schakal sorgen Schlagen in diesen Tagen für Aufsehen. So wurde in Berlin zu Wochenbeginn eine zwei Meter lange Boa constrictor auf einem Balkon eines Mietshauses entdeckt. Obwohl der Halter des Tieres kurz nach den Beamten in der Wohnung erschien, wurde die Würgeschlange in eine Schlangenfarm in Brandenburg gebracht, denn sie war nicht artgerecht untergebracht.

Tags zuvor war in einem Schützenverein in Wittlich (Rheinland-Pfalz) eine Königspython gefunden worden. Das etwa 1,20 Meter lange Tier wurde möglicherweise ausgesetzt und hatte den Schießstand des Vereins als warmen Schlafplatz ausgewählt, wie ein Polizeisprecher mutmaßte. Die ungefährliche Schlangenart, die in West- und Zentralafrika heimisch ist, kann bis zu zwei Meter lang werden.

Wenige Stunden zuvor hatte ein offenbar ausgebüxter Netzpython im nordrhein-westfälischen Ratingen-Lintorf für Aufregung gesorgt. Die rund zwei Meter lange Würgeschlange wurde auf einer Terrasse entdeckt und anschließend von alarmierten Feuerwehrleuten in den Aquazoo Düsseldorf gebracht, wo sie artgerecht gehalten und angemessen versorgt werden kann.

Mitte Juli waren innerhalb weniger Stunden gleich zwei Python gefunden worden. Die entdeckten Würgeschlangen in Erfurt und in Herford wurden von Polizei und Feuerwehr eingefangen. Beide Tiere waren vermutlich ihren Besitzern entwischt.

Der NABU-Experte kritisierte, der Besitz einer Boa gelte in Deutschland zunehmend als schick. Diese Schlangen gehörten jedoch nicht in Terrarien, sondern in ihren ursprünglichen Lebensraum. Die Besitzer seien oft überrascht, wie groß die Tiere werden und wollten sie dann einfach loswerden.

ddp