Spektrum - Expertin Röpke: Rieger war bei NPD «nicht unumstritten»: «Er hat eigentlich immer eher zum militanteren, zum radikaleren Spektrum gehört» Nach Einschätzung der Rechtsextremismus-Expertin Andrea Röpke war der am Donnerstag verstorbene NPD-Vize und Rechtsanwalt Jürgen Rieger in den Reihen der NPD eine «Reizfigur» und «nicht unumstritten».
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Rieger, der der NPD Darlehen von mindestens 500 000 Euro gewährte, «hat mit seinen Geldgebereien immer einen Machtanspruch einhergehen lassen«, sagte Röpke am Freitag im ddp-Interview. Als er beispielsweise den Wahlkampf der NPD in Mecklenburg-Vorpommern 2006 mit rund 500 000 Euro unterstützte, habe er gleichzeitig auf ein Mandat gehofft.

«Rieger hat eigentlich immer eher zum militanteren, zum radikaleren Spektrum gehört», sagte Röpke. So habe er sich erst richtig für die NPD interessiert, nachdem die Partei im Jahr 2004 die «Rechte Volksfront» initiierte und sich für radikale Kameradschaften öffnete.

Intern sei Rieger für seine fragwürdigen Methoden bekannt. So habe er gezielt »alleinstehende, überzeugte Nationalsozialistinnen« in seine rechten Vereine eingebunden. Röpke betonte: »Die haben ihm aus Dankbarkeit und für die nationale Sache dann auch eine Erbschaft hinterlassen.« Riegers Vermögen ist laut Röpke schwer einzuschätzen. Man wisse von 12 Großimmobilien. Röpke geht davon aus, »dass Rieger mehrfacher Millionär war«.

Röpke vermutet, dass das Erbe Riegers vor allem an seine Familie geht. Rieger hat mehrere Kinder. Rieger hat der NPD in den letzten fünf Jahren mehrere Hunderttausend Euro geliehen. «Die NPD wird sich jetzt gehörig einschleimen müssen bei der Familie, weil die ganzen laufenden Darlehen auf dem Spiel stehen», mutmaßte Röpke.

Berlin (ddp)