Wolfenbüttel (ddp-nrd). Im Streit um die Herkunft der radioaktiven Abfälle im Atommülllager Asse vermutet die SPD in den Akten des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums weitere Hinweise auf den tatsächlichen Bestand an radioaktivem Material. Diese Dokumente habe man bereits angefordert, sagte am Freitag die umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Petra Emmerich-Kopatsch.

Bisherige Recherchen der Partei hätten ein ähnliches Bild ergeben, wie im ARD-Magazin «Panorama» dargestellt, sagte Emmerich-Kopatsch. Ihren Informationen zufolge seien die Betreiber der Atomkraftwerke damals aufgefordert worden, ihre atomaren Abfälle «ganz besonders» an das Kernforschungszentrum Karlsruhe (KFK) zu liefern.

Dort seien die Fässer als KFK-eigene Abfälle aus dem Forschungsreaktor umdeklariert und an das Versuchsbergwerk Asse zur Einlagerung weitergeleitet worden, sagte Emmerich-Kopatsch. Nur so lasse sich «die ungeheure Menge an eingelagertem Material» erklären. Sowohl der Statusbericht des niedersächsischen Umweltministeriums wie auch das TÜV-Gutachten zum Inventar seien «vollkommen hinfällig geworden», erklärte die SPD-Politikerin weiter.

«Panorama» hatte am Donnerstag berichtet, dass rund 70 Prozent der Asse-Abfälle von den Energieunternehmen stammen. Nach Darstellung des Bundesforschungsministeriums handelt es sich bei diesen 70 Prozent um Betriebsabfälle aus «Wiederaufarbeitungsaktionen» im KFK.

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