München (dapd-bay).
'Statt die Akteure aus den Schützengräben an einen Tisch zu holen, versteckt sich Heubisch unter Dürers Pelzrock', sagte SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher am Dienstag. Er fügte an: 'Der Minister duckt sich weg.' Heubisch müsse endlich eine aktive Vermittlerrolle einnehmen.
Heubisch erklärte, er werde zeitnah mit den Beteiligten ausloten, unter welchen Umständen es möglich sei, das Gemälde ohne Beeinträchtigungen auszuleihen. Für den Fortgang solcher Gespräche sei es allerdings wenig förderlich, darüber ständig öffentlich zu diskutieren.
Das Germanische Nationalmuseum (GNM) in Nürnberg will Albrecht Dürers Porträt 'Selbstbildnis im Pelzrock' ab Mai in einer Ausstellung zeigen. Im Moment hängt das Bild in der Alten Pinakothek in München. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen lehnen eine Ausleihe unter anderem wegen des fragilen Zustands des Bildes ab.
Unterdessen spitzt sich der Streit zwischen den Kunstexperten in München und Nürnberg weiter zu. Der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Klaus Schrenk, erneuerte am Dienstag in einer Stellungnahme den Vorwurf, das 'Selbstbildnis im Pelzrock' habe im Jahr 1971 Schaden genommen, als es letztmals zu einer Dürer-Ausstellung nach Nürnberg verliehen wurde.
Allerdings betonte Schrenk, 'dass von keiner Seite schuldhaftes Verhalten vorlag'. Vielmehr seien die damals Verantwortlichen gemeinsam 'eines der typischen Risiken beim Transport empfindlicher Holztafeln eingegangen'. An dem empfindlichen Bild soll Schrenk zufolge damals eine mehrere Zentimeter lange Fuge entstanden sein.
Das GNM hatte dagegen am Vortag die Darstellung Schrenks ebenso zurückgewiesen wie den Vorwurf, 1971 für eine Beschädigung des Bildes verantwortlich gewesen zu sein.
dapd


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