Saarbrücken (ddp-rps). Die Saar-SPD fordert ein Integrationskonzept mit zielgenauen Bildungs- und Weiterbildungsangeboten für Migranten. Bildung sei der «Schlüssel» für eine bessere Integrationspolitik, sagte Parteichef Heiko Maas am Dienstag in Saarbrücken. Zudem fordern die Sozialdemokraten eine Begrenzung der Aufenthaltsdauer im Aufnahmelager Lebach auf drei Monate.

Das Saarland dürfe bei der Integration «nicht länger das Schlusslicht in Deutschland» sein, betonte Maas gemeinsam mit Vertretern des Saarländischen Flüchtlingsrats (SFR). Dabei verwiesen sie auf eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung vom Januar dieses Jahres, wonach Zuwanderer im Saarland schlechter integriert sind als in allen anderen Bundesländern und der Bildungsstand der Migranten «ausgesprochen schlecht» ist.

Bei der Bildung soll nach den Vorstellungen der SPD der Erwerb von Sprachkompetenz durch zusätzliche Angebote verbessert werden. Zudem müsse es eine Lehrerfortbildung geben, die für den Umgang mit Migrantenkindern qualifiziere.

Darüber hinaus müssten die Rahmenbedingungen für Flüchtlinge im Saarland verbessert werden, forderte SPD-Fraktionsvize Ulrich Commercon. Ein oft jahrelanger Aufenthalt im Auffanglager sei «menschenunwürdig» und führe zu «Parallelgesellschaften». Der Aufenthalt sollte deshalb auf drei Monate begrenzt und die Flüchtlinge anschließend auf die Kommunen verteilt werden, ähnlich der Praxis in anderen Bundesländern.

Außerdem fordern SPD und Flüchtlingsrat die Umstellung von der Versorgung mit Lebensmittelpaketen auf Geldleistungen. Nach Angaben des SFR leben derzeit rund 800 Flüchtlinge im Auffanglager Lebach. Hauptherkunftsländer seien die Türkei, Syrien, Irak, Iran, Länder des ehemaligen Jugoslawiens sowie einige afrikanische Länder.

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