München (ddp-bay). Fast zwölf Prozent der Bayern gelten als arm. Sie müssen mit weniger als 885 Euro pro Monat auskommen. Das ergibt sich aus dem neuen Sozialbericht der Staatsregierung, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Das Sozialministerium betonte: «Die Vermeidung von Armut hat weiterhin höchste Priorität.» Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise und der sich abzeichnenden Verschlechterungen auf dem Arbeitsmarkt sei dies «eine große Herausforderung».

Vor allem Ältere sind vom Armutsrisiko bedroht. In Bayern liegt der Armenanteil dieser Gruppe bei 16,2 Prozent. Das ist deutlich höher als der westdeutsche Schnitt von 13,7 Prozent. Der Bericht erklärt dies damit, dass Bayern bis in die 1970er Jahre eher ländlich geprägt gewesen sei. Deshalb seien die Renten im Schnitt niedriger. Allerdings verfügten viele Ältere über Ersparnisse oder selbst genutztes Wohneigentum. Dies werde bei der Armutsberechnung nicht berücksichtigt.

Noch höher ist das Armutsrisiko mit 25,4 Prozent bei Zuwanderern und ihren Nachkommen. Das Ministerium will diesem Problem vor allem mit einer besseren Integration begegnen. Dazu gehörten ein Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen und eine bessere frühkindliche Sprachförderung. «Denn je früher Integration beginnt, desto leichter fällt sie und desto erfolgreicher ist sie.»

(folgt Zusammenfassung bis 15.00 Uhr)

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