Regional
Sonderzahlung - Wirtschaftsrat fordert mehr Sachlichkeit in HSH-Diskussion
21.07.09 | 16:06 UhrEs geht um die umstrittene Sonderzahlung an Bankchef Nonnenmacher
Hamburg (ddp-nrd). Angesichts der anhaltenden Diskussionen um die Sonderzahlungen an den Chef der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, hat der Wirtschaftsrat Hamburg mehr Sachlichkeit in der Diskussion gefordert. Der Staat habe in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise zügig und mit Augenmaß reagiert, sagte Tjark Woydt, Landesvorstandsmitglied des Wirtschaftsrates. Viele der getroffenen Maßnahmen seien unumgänglich und notwendig gewesen wie die Rettungspakete zum Erhalt der Banken. Die umstrittene Sonderzahlung an Nonnenmacher in Höhe von 2,9 Millionen Euro hatte jüngst zum Bruch der großen Koalition in Schleswig-Holstein geführt.
Woydt zufolge sind auch die mit der Bereitstellung von Steuermitteln verbundenen Auflagen bei den Vergütungen für das Management der betroffenen Banken im Ansatz richtig. Es dürfe daher keine überzogenen Managergehälter geben. «Ihre Begrenzung auf 500 000 Euro pro Jahr ist dabei allerdings nie wirklich hinterfragt oder auf den Prüfstand der Realität gestellt worden», sagte er. Es nütze weder der Bank noch den Steuerzahlern, wenn anerkannte Fachleute wie Nonnenmacher zur Rettung einer Bank nicht zur Verfügung stünden, weil sie anderweitig mehr verdienen könnten.
Laut Woydt ist es nachvollziehbar, wenn sich der Aufsichtrat der HSH mit den zugesagten Sonderzahlungen für Nonnenmacher am Markt orientieren musste. Es wäre jedoch weitsichtiger gewesen, wenn die Verantwortlichen bei der Bank diese Erkenntnis schon früher in die Öffentlichkeit getragen hätten.
Die HSH Nordbank hatte im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Euro Verlust gemacht. Im Frühjahr bewahrten die Hauptanteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein die Bank mit drei Milliarden Euro frischem Kapital und Garantien in Milliardenhöhe vor der Schließung. Von der Garantie des Bankenrettungsfonds SoFFin über 30 Milliarden Euro, mit der die HSH Anleihen begeben kann, sind nach Bank-Angaben bereits 17 Milliarden in Anspruch genommen worden.
(ddp)
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