Silber und Bronze für deutsches Stab-Duo: Barcelona (dpa) - Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (Leverkusen) hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Barcelona Silber erobert, Lisa Ryzih (Zweibrücken) sorgte mit Bronze für einen deutschen Doppelerfolg.
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Mit 4,65 Metern musste Spiegelburg nur der Russin Swetlana Feofanowa den Vortritt lassen, die zum zweiten Mal nach 2002 gewann. Ryzih wurde mit persönlicher Bestleistung von 4,65 überraschend Dritte. Europas Saison-Beste Carolin Hingst (Mainz/4,35) enttäuschte dagegen als Elfte im Feld der zwölf Springerinnen.

Frankreichs Sprint-Star Christophe Lemaitre ist auf dem Weg zum erfolgreichsten Leichtathleten der EM in Barcelona. Nach seinem Sieg über 100 Meter triumphierte der 20 Jahre junge Ausnahmeläufer aus Aix-les-Bains auch im 200-Meter-Rennen, in 20,37 Sekunden.

«Ich genieße diesen Moment», freute sich Lemaitre nach harter Lauf-Arbeit. «Dies ist ein wichtiger Tag für Frankreichs Leichtathletik.» Zweiter wurde Christian Malcolm (Großbritannien/20,38) vor Martial Mbandjock (Frankreich/20,42), der schon im Kurzsprint Bronze geholt hatte. In der EM-Geschichte ist es das siebte Titel-Double im Sprint seit 1934. Lemaitre hat nun noch die Chance, seine Medaillensammlung mit der 4 x 100-Meter-Staffel zu komplettieren.

Der Brite Andy Turner ist neuer Europameister über 110 Meter Hürden. In 13,28 Sekunden verwies er bei Garfield Darien aus Frankreich (13,34) auf Platz zwei. Den Bronze-Rang belegte der Ungar Daniel Kiss in 13,39 Sekunden. Der Leipziger Alexander John wurde in 13,71 Sekunden Achter und Letzter im Finale. Matthias Bühler von der LG Offenbach war im Halbfinale mit 13,99 Sekunden ausgeschieden.

Russischer Dreifachsieg über 400 Meter: Tatjana Firowa gewann das Finale der Frauen in 49,89 Sekunden vor Ksenija Ustalowa (49,92) und Antonia Kriwoschapka (50,10). Firowa und Ustalowa liefen als erste europäische Frauen in diesem Jahr unter 50 Sekunden. Kriwoschapka hatte schon vor einem Jahr bei der WM in Berlin die Bronzemedaille gewonnen. Eine deutsche Starterin war nicht für Barcelona nominiert worden.

Die Russin Julia Zarudnewa hat den Titel über 3000 Meter Hindernis der Frauen gewonnen. In 9:17,57 Minuten schnappte sie der spanischen Favoritin Marta Dominguez (9:17,74 Minuten) die ersehnte Goldmedaille weg. Für Spanien war Silber aber dennoch der erste Medaillengewinn bei den europäischen Heim-Titelkämpfen. Dritte wurde mit Ljubow Charlamowa (9:29,82 Minuten) ebenfalls eine Russin. Eine deutsche Läuferin war nicht am Start.

Der schnellste weiße Mann der Welt zeigte nach seinem 100-Meter-Triumph keine Anzeichen von Müdigkeit. Den Vorlauf absolvierte er im Schongang mit 20,64 Sekunden, um dann im Halbfinale Gas zu geben und in 20,39 Sekunden mit der besten Zeit in das Medaillenrennen einzuziehen. Dass er damit sein Potenzial längst nicht ausgeschöpft hatte, zeigte der Blick auf die europäischen Bestenliste: Die führte er vor der EM mit 20,16 Sekunden an.

«Ich bin heiß», sagte er unmittelbar nach dem 100-Meter-Triumph. Wie motiviert er war, bewies er im Finale. Nach einem schlechten Start lief er in der ersten Kurve den Rivalen fast drei Meter hinterher, schaltete auf der Zielgeraden aber den Turbo an und stürzte sich um Haaresbreite noch an dem Briten Malcolm vorbei über die Linie. «Mein Start war schlechter als erwartet, aber in der Mitte des Rennens spürte ich Selbstvertrauen», sagte Lemaitre. «Nun bin ich ein glücklicher Sieger.»

Weitspringer Christian Reif von ABC Ludwigshafen hingegen greift nach einer Medaille. In der Qualifikation stellte der 25-jährige deutsche Meister seine persönliche Bestleistung von 8,27 Meter ein. Ebenso weit sprang in der zweiten Ausscheidungsgruppe der Spanier Eusebio Caceres. Titelverteidiger Andrew Howe (Großbritannien) reichten 8,15 Meter zum erreichen des Finals.