Siemens-Sparte SIS stehen offenbar Stellenstreichungen bevor: Der Technologiekonzern Siemens plant in seiner IT-Sparte SIS offenbar Stellenstreichungen im vierstelligen Bereich. «Weltweit werden wohl mehr als 1000 Stellen wegfallen», sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Sie verwies dabei auf den rückläufigen Umsatz.
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Derzeit hat die IT-Sparte weltweit gut 35 000 Mitarbeiter, knapp 9700 davon an 27 Standorten in Deutschland.

Eine Siemens-Sprecherin wollte sich am Mittwoch auf Anfrage nicht zu einem möglichen Stellenabbau äußern, bestätigte allerdings, dass Siemens am Donnerstag seinen Wirtschaftsausschuss über die Pläne zur Neuausrichtung von SIS unterrichten wird. Der Wirtschaftsausschuss ist dabei allerdings ein reines Informationsgremium, das keine Möglichkeit hat, die Pläne des Managements abzulehnen oder ihnen zuzustimmen. Im Nachklang der Sitzung des Wirtschaftsausschusses werde die Neuausrichtung der SIS zwischen Unternehmen und Arbeitnehmervertretern diskutiert, sagte die Sprecherin.

Der Münchener DAX-Konzern hatte in seinem Geschäftsbericht 2009 bereits darauf hingewiesen, dass das Ergebnis von SIS im laufenden Geschäftsjahr «durch Restrukturierungsaufwendungen deutlich belastet werden» könnte. Siemens kommt nach eigener Einschätzung bei der rechtlichen Verselbstständigung der IT-Sparte SIS gut voran. Siemens plant zum 1. Juli eine rechtliche Verselbstständigung der Sparte.

SIS hat im vergangenen Jahr 4,7 Milliarden Euro umgesetzt, dabei aber lediglich 90 Millionen Euro Gewinn erzielt. Beim Umsatz ist SIS nach wie vor stark von hausinternen Aufträgen abhängig. 1,1 Milliarden Euro des Umsatzes wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Siemens gemacht, 3,6 Milliarden Euro kamen von externen Auftraggebern. Nach der Ausgliederung soll SIS fit für die Partnerschaft mit einem Wettbewerber oder gar für einen Börsengang gemacht werden.

München (ddp)