Betroffen seien vor allem die großen Standorte wie München und Paderborn sowie der Großraum Nürnberg/Erlangen, sagte Siemens-Personalvorstand Siegfried Russwurm am Donnerstag in München. «Wir müssen die SIS-Organisation dem gesunkenen Geschäftsvolumen anpassen.» Siemens kündigte Gespräche mit den Betriebsräten an. Diese kritisierten die Pläne scharf.
Nach der Eingliederung der Sparte unter dem früheren Siemens-Chef Klaus Kleinfeld soll SIS in diesem Sommer wieder ausgegliedert werden. Zum Beginn des Geschäftsjahres 2010/11 (30. September) soll SIS ein eigenständiges Unternehmen sein. Für die Zeit danach hält sich Siemens alle «unternehmerischen Optionen» offen.
Spekuliert wurde immer wieder sowohl über einen möglichen Verkauf als auch über einen Börsengang von SIS. Siemens plant zudem Investitionen von mehr als 500 Millionen Euro bis 2012, sagte Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser.
Die bisher sieben Geschäftseinheiten der Sparte sollen in zwei Säulen zusammengefasst werden. In Branchenkreisen wurden die Kosten für die Restrukturierung auf einen mittleren dreistelligen Millionen- Euro-Betrag geschätzt.
Beschäftigte der Sparte fürchten seit Monaten harte Einschnitte und hatten daher immer wieder protestiert. Derzeit hat SIS weltweit rund 35 000 Beschäftigte, davon etwa 9700 in Deutschland. Zuletzt kam die Sparte nur noch auf ein operatives Ergebnis von 90 Millionen (Vorjahr: 144 Mio) Euro. Der Umsatz fiel von 5,3 auf zuletzt 4,7 Milliarden Euro. Siemens beschäftigte zuletzt in Deutschland 128 000 Menschen, weltweit arbeiteten zuletzt 402 000 Menschen für den Konzern.
Auch die IT-Branche habe sich den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht entziehen können, sagte Kaeser. «In der Ertragsentwicklung zeigt sich allerdings, dass einige Wettbewerber bisher besser durch die Krise gekommen sind.» Spätestens für das kommende Kalenderjahr erwarteten Experten wieder ein deutliches Wachstum für die IT-Branche in der Größenordnung von fünf Prozent. Die Branche zeichne sich durch einen hohen Preisdruck und kurze Innovationszyklen aus. «In diesem Umfeld behauptet sich nur, wer sehr schnell und flexibel am Markt agiert», sagte Kaeser.
Den Stellenabbau will Siemens umsetzen, indem beispielsweise befristete Arbeitsverhältnisse nicht mehr verlängert und betroffenen Beschäftigten Möglichkeiten für einen vorzeitigen Wechsel in den Ruhestand geboten werden. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Russwurm zwar nicht aus, diese könnten aber nur «das allerletzte Mittel sein», sagte der Personalvorstand.
Arbeitnehmervertreter warfen Siemens vor, Managementfehler auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Gesamtbetriebsrat und IG Metall lehnten das zuvor im Wirtschaftsausschuss vorgestellte Restrukturierungskonzept entschieden ab, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Weiterhin gebe es kein tragfähiges wirtschaftliches Konzept für SIS. «Zudem befürchten wir, dass die aktuellen Pläne nur die jahrelange Abfolge von Restrukturierungen fortsetzen, die vor allem aus Kostensenkungen bestehen.»






























