Seehofer setzt auf verstärkte Zusammenarbeit mit der Schweiz: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) reist am Sonntag (12. Februar) als erster bayerischer Regierungschef zu einem offiziellen Besuch in die Schweiz. Wichtige Themen sollen dabei die Europapolitik und die Energiewende sein.
Vergrößern Seehofer setzt auf verstärkte Zusammenarbeit mit der Schweiz | Bild: © dapd

München/Bern (dapd-bay).

Am Montag kommt Seehofer in Bern mit der Schweizer Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf zusammen, um über einen Ausbau der Beziehungen zu sprechen. Außerdem hält er am Europa-Institut der Universität Zürich einen Vortrag zu den 'Perspektiven und Grenzen der europäischen Integration'.

Seehofer betonte am Donnerstag, die Schweiz und Bayern verbinde 'die gemeinsame Heimat im Alpenraum ebenso wie die besondere Stärke als export- und innovationsorientierter Standort in der Mitte Europas'. Hinzu komme der übereinstimmende Wille, 'nachhaltig aus der Atomenergie auszusteigen und künftig verstärkt erneuerbare Energien zu nutzen'. Der Ministerpräsident fügte hinzu: 'Die Schweiz und Bayern gehen hier gemeinsam in eine neue Zukunft der Energiepolitik.'

Seehofer wird am Sonntag die Kraftwerke Linth-Limmern im Glarnerland besuchen und sich vor Ort über den Bau eines hochmodernen Pumpspeicherkraftwerks informieren. Es soll nach Angaben der Staatskanzlei bis 2015 für 1,4 Milliarden Schweizer Franken ausgebaut werden und dann 1000 Megawatt Mehrleistung bringen.

Pumpspeicheranlagen können nicht nur Energie erzeugen, sondern auch Stromüberschüsse speichern, die während der Schwachleistzeiten anfallen. Dafür wird den Angaben zufolge das Wasser in einen höher gelegenen Stausee zurückgepumpt und erneut zur Stromproduktion genutzt.

Seehofer will am Montag auch den Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann und Außenminister Didier Burkhalter treffen. Ferner ist ein Gespräch mit dem Ständeratspräsidenten Hans Altherr geplant. Der Ständerat ist die Vertretung der Kantone, während es sich beim Schweizer Bundesrat um die dortige Bundesregierung handelt.

Seehofer betonte: 'Die Schweiz hat einen hohen Erfahrungsschatz in Fragen des Föderalismus und der direkten Demokratie.' Begleitet wird der Ministerpräsident bei der zweitägigen Reise von Mitgliedern des bayerischen Landtages.

Das Handelsvolumen mit der Schweiz ist nach Angaben der Staatskanzlei seit 2000 kontinuierlich gestiegen. Es lag 2010 bei 8,4 Milliarden Euro. Wichtigste bayerische Ausfuhrgüter sind Fahrzeuge und Maschinen sowie elektrotechnische und chemische Erzeugnisse.

dapd