Berlin (ddp). Die Story klingt wie die eines klassischen Science Fiction Films: Im 24. Jahrhundert bedroht ein Rachefeldzug den Planeten Erde. Captain Erikson und seine Crew vom Raumschiff Survival müssen sie und die gesamte Vereinigte Sternenschnuppe vor der völligen Vernichtung retten. So weit, so vertraut. Darüber hinaus jedoch ist bei «Cool Age Revelations» alles anders, als man es sonst kennt. Denn die Science-Fiction-Satire in Spielfilmlänge wurde von Amateuren gedreht und produziert.

Fünf Jahre haben Dennis Rada und seine Mitstreiter von dem Verein «Double R Productions» an dem Film gearbeitet und mehr als 10 000 Arbeitsstunden und 30 000 Euro investiert. Lohn der Mühe: Ab November wird der Film sogar in einigen Kinos zu sehen sein.

Der Anspruch, den die Laien bei der Produktion entwickelt haben, ist hoch. Der komplette Film vom Drehbuch über die Filmmusik bis zu den 3D-Modellen ist selbst gestaltet. «Auf keinen Fall wollten wir irgendetwas kopieren. Wir machen von A bis Z alles selbst», sagt der 31-Jährige Rada, der unter anderem die Regie geführt hat. Auch die Dreharbeiten liefen wie bei Profis ab. Unter anderem mussten sich die Darsteller für die aufwendige Maske eines Aliens schon mal zweieinhalb Stunden schminken lassen.

Sogar auf die Kontinuität in den Szenen wurde geachtet. «Wie bei professionellen Produktionen gab es auch bei uns jemanden, der beispielsweise genau aufpasste, welche Figur wann und wo verletzt war, damit die Wunde nicht nach dem nächsten Schnitt versehentlich woanders saß», erzählt Olaf Buntemeyer. «Bei langen Dreharbeiten können sich solche Fehler einschleichen. Das passiert selbst in Hollywood-Filmen.» Um die Qualität zu steigern, engagierten die Hobbyfilmemacher für den Dreh zwei Schauspielerinnen. «Natürlich sollen auch weiterhin talentierte Laien mitwirken. Aber wir alle können von den Schauspielern viel lernen», sagt Rada.

Auch die Gründung des in Radas Wohnort München ansässigen Vereins «Double R Productions» im Jahr 2008 dient ehrgeizigen Plänen. «Zum einen haben wir über die Mitgliedsbeiträge ein kleines Budget zur Verfügung. Zum anderen wollen wir nächstes Jahr Filmfördermittel beantragen. Dafür haben wir jetzt den rechtlichen Rahmen», erklärt Buntemeyer.

Die Geburtsstunde des Vereins schlug aber bereits 1996. Damals gingen die beiden Gründungsmitglieder Dennis Rada und Rainer Grüning zusammen in Berlin zur Schule und entwickelten ihr cineastisches Hobby. Aus ihren Spitznamen Renier und Razor ergab sich schließlich der Name «Double R Productions». Vereinsmitglied kann jeder werden, der sich in seiner Freizeit beim Filmemachen engagieren möchte.

Die Professionalität der jungen Filmemacher beeindruckt auch Fachleute. Der Synchronsprecher Dirk Meyer, deutsche Stimme von Fry aus «Futurama», nahm mit ihnen gemeinsam ein Hörspiel rund um die «Cool Age»-Figuren auf. «Profis achten schon genau darauf, mit welchen Projekten sie ihren Namen in Verbindung bringen», sagt Buntemeyer mit einem gewissen Stolz. «Double R Productions» haben inzwischen nicht nur den Spielfilm und zwei Hörspiele produziert, sondern auch die Serie «Cool Age Charakters - Episode 1-3». Die gibt es sogar auf DVD zu kaufen.

Dabei wird es nicht bleiben. «Im Spätherbst werden wir den Spielfilm unter anderem in Dortmund und München bei Einzelevents vorführen. Im Berlin werden wir ihn zum Beispiel im Babylon Mitte zeigen. Außerdem wird er im November in Düsseldorf bei den Fantasydays zu sehen sein», kündigt Rada an. Ungeachtet des hohen Anspruchs und des Wunsches, ihr Projekt an interessierte Zuschauer zu verkaufen gilt für ihn und seine Freunde nach wie vor: «Wir sind alle Amateure und machen das aus Spaß an der Sache!»

(cool-age-revelations.de; rr-productions.de)

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