Schwarzes Wochenende für deutsche Volleyballer: Doppel-Pleite der Männer, Turnier-K.o. der Damen - die deutschen Volleyballer haben auf internationalem Parkett Lehrgeld bezahlen müssen.
Vergrößern Schwarzes Wochenende für deutsche Volleyballer | Bild: © Claudiad
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Eine Woche nach dem verheißungsvollen Start in der Weltliga mit zwei Siegen gegen Europameister Polen kehrten die Männer nach zwei Niederlagen in Kuba auf den den Boden der Tatsachen zurück. Auf die Frauen wartet bis zur Weltmeisterschaft im September in Japan noch viel Arbeit. Beim hochkarätig besetzten Masters in Montreux in der Schweiz verloren die Frauen alle vier Spiele und mussten bei der siebten Teilnahme zum ersten Mal vorzeitig die Segel streichen.

Die Enttäuschung hielt sich bei Frauen-Bundestrainer Giovanni Guidetti allerdings in Grenzen. «Wir sind nach Montreux gekommen, um zu lernen und viele Dinge auszuprobieren», sagte der Italiener nach dem 1:3 gegen Vize-Europameister Niederlande. Zuvor hatte die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) gegen den Olympia-Zeiten USA (1:3), Weltmeister Russland (0:3) und Japan (1:3) verloren. «Wir haben gesehen, woran wir arbeiten müssen. Was die Mannschaft hier gezeigt hat, war noch nicht einmal 50 Prozent von dem, was sie kann», stellte Guidetti nüchtern fest.

Gegen die Holländerin wurde die Schwächen im DVV-Team bei der Ballannahme und im Angriff einmal mehr deutlich. Allein im dritten Satz, der mit 25:17 gewonnen wurde, bereitete man mit druckvollem Aufschlag und effektiven Offensivaktionen dem Gegner Probleme. «Wir sind noch nicht in Normalform», meinte Spielführerin Margareta Kozuch, «aber Montreux war nur ein Test, unser Abschneiden ist aber schon enttäuschend».

Ernüchterung herrschte bei den DVV-Männern, die ihre Überseereise mit zwei Niederlagen in Kuba begannen. Nach dem klaren 0:3 zum Auftakt folgte einen Tag später vor 9800 Zuschauern im Ciudad Deportiva in Havanna eine 1:3 (22:25, 23:25, 25:21, 17:25)-Niederlage gegen den Weltranglisten-Neunten. Für Bundestrainer Raúl Lozano war das schwarze Wochenende keine Schande. «Genau deshalb ist die Weltliga so wichtig. Nur so kann das Team lernen, sich gegen die Großen der Welt zu behaupten», sagte der Argentinier, räumte aber ein, «dass es noch in vielen Bereichen fehlt».

Bedenklich stimmte vor der Reise nach Catamarca im Nordwesten Argentiniens, wo am Wochenende zwei Spiele gegen die «Gauchos» auf dem Programm stehen, der schwache vierte Satz. «So ein Einbruch darf nicht passieren. Wir haben den Kopf verloren», stellte Spielführer Björn Andrae selbstkritisch fest. In der Tabelle liegt Deutschland mit sechs Punkten hinter Kuba (11) auf dem zweiten Platz. Polen (5), das seine Spiele in Argentinien mit 3:1 und 3:2 gewann, sowie die Südamerikaner (2) folgen auf den Plätzen drei und vier.

München (dpa)