Köln (ddp). Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion Hans-Peter Uhl (CSU) schließt die Ausweitung von Internet-Sperren grundsätzlich nicht aus. Im Kölner Stadt-Anzeiger (Samstagausgabe) sprach er sich dafür aus, zunächst einmal Erfahrungen zu sammeln und dann Bilanz zu ziehen. «Dann sieht man in der nächsten Legislaturperiode, was darüber hinaus gemacht werden muss und ob die Methode funktioniert.» Uhl zeigte sich offen für neue Herangehensweisen. Zum Beispiel, indem man die Szene mit einbinde «in die Suche nach solchen Seiten, um sie auf andere Weise zu verfolgen». So könne man sich deren «Eifer und das Know-how zunutze machen, statt sie mit Verboten und Stoppschildern zu bedrängen».

Der Präsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft (Bitkom), August-Wilhelm Scheer, warnte unterdessen vor einer «unkontrollierten Ausweitung» von Sperrungen im Internet. Damit würden «Staaten wie etwa dem Iran Argumente an die Hand gegeben, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken», sagte Scheer dem «Hamburger Abendblatt» (Samstagausgabe). Mit dem Gesetz zur Bekämpfung von Kinderpornografie sieht er die Freiheit im Internet jedoch nicht in Gefahr.

Der baden-württembergische CDU-Generalsekretär und CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Strobl hatte zuvor erklärt, «wir prüfen ernsthaft» die Sperrung von Killerspielen im Internet.

(ddp)