Schaeffler holt sich über Anleihen frisches Geld: HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Das wegen der Continental-Übernahme  hoch verschuldete Familienunternehmen Schaeffler hat sich frisches Geld verschafft. In den USA und Europa seien Anleihen im Gesamtwert von rund zwei Milliarden Euro platziert worden, teilte der Automobil- und Industriezulieferer am Freitag in Herzogenaurach mit. Die Emission sei fünffach überzeichnet gewesen. Angesichts der großen Nachfrage sei das Volumen von ursprünglich einer Milliarde auf zwei Milliarden Euro verdoppelt worden.
Vergrößern Schaeffler holt sich über Anleihen frisches Geld | Bild: © Claudiad

Begeben wurden jeweils zwei Euro- und zwei Dollar-Anleihen mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren. Die Verzinsung der Euro-Anleihen liegt bei 7,75 Prozent und 8,75 Prozent, die der Dollar-Tranchen bei 7,75 Prozent und 8,50 Prozent. Das Geld will Schaeffler zur Tilgung seiner Verbindlichkeiten nutzen. Die Anleihen bezeichnete das Unternehmen deshalb als ersten Baustein eines Refinanzierungspakets, das Schaeffler Ende Januar zusammen mit seinen kreditgebenden Banken festgezurrt hatte. Der gesamte Kreditrahmen beläuft sich auf acht Milliarden Euro.

Das fränkische Familienunternehmen hätte sich beinahe an der Übernahme des niedersächsischen Autozulieferers Continental verschluckt. Schaeffler hatte den Konkurrenten mit Beginn der Finanzkrise 2008 übernommen und sich dabei finanziell fast übernommen. 2009 stand die Zukunft des Unternehmens auf der Kippe, da die Branchenkrise das operative Geschäft stark belastet hatte und die Zinsen der für den Continental-Kauf notwendigen Kredite zu einem Milliardenverlust geführt hatten. Inzwischen hat sich die Lage wieder beruhigt. Der Umsatz zog zuletzt stark an, die Auftragsbücher waren voll und unter dem Strich stand ein Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe.