Sachsen will weiter Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung: Sachsens Sozialministerin Christine Clauß (CDU) hat enttäuscht auf die Absage der Bundesregierung zur vollständigen Kostenübernahme von künstlichen Befruchtungen reagiert. Sachsen habe sich auf Bundesebene für eine entsprechende Regelung stark gemacht.
Vergrößern Sachsen will weiter Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung | Bild: © ddp

Dadurch sollten Ehepaaren im gesamten Bundesgebiet unabhängig von ihrem Einkommen und sozialen Status der Zugang zu Kinderwunschbehandlungen ermöglicht werden, sagte Clauß der «Leipziger Volkszeitung» (Samstagausgabe). Sachsen und Thüringen hatten im April erfolgreich für eine Bundesratsmehrheit geworben.

Die Ministerin kündigte an, das Sachsen an seiner bundesweiten Vorreiterrolle bei der Kostenübernahme für Kinderwunschbehandlungen festhält. «Mir ist es wichtig, dass der Wunsch nach einem eigenen Kind nicht an finanziellen Hürden scheitert. Deshalb unterstützen wir auch weiterhin den Kinderwunsch mit einem Zuschuss zu den Behandlungen», sagte Clauß.

Für das laufende Jahr seien insgesamt 770 000 Euro vorgesehen. 2009 unterstützte der Freistaat Kinderwunschbehandlungen mit 500 000 Euro. Die Anzahl der Behandlungen konnte laut Sozialministerium dadurch um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen. Clauß will trotz der Ablehnung weiter für eine bundesweit einheitliche Regelung werben.

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt derzeit nur 50 Prozent der Kosten für maximal drei Versuche künstlicher Befruchtung. Außerdem haben nur Frauen im Alter zwischen 25 und 40 Jahren sowie Männer zwischen 25 und 50 Jahren Anspruch auf eine anteilige Kostenübernahme.

ddp