Lafontaine hatte zuvor angekündigt, sein Bundestagsmandat niederzulegen und auf dem Parteitag im Frühjahr nicht erneut für das Amt des Parteivorsitzenden zu kandidieren. Den Fraktionsvorsitz im saarländischen Landtag will er behalten. Lafontaine, der an Krebs erkrankt ist, nannte für seine Entscheidung gesundheitliche Gründe.
Der innerparteiliche Klärungsprozess dürfe «nicht auf Sieg oder Niederlage geführt» werden, mahnte Lederer mit Blick auf die Auseinandersetzungen zwischen Pragmatikern und Anhängern der Fundamentalopposition. Vielmehr müssten unterschiedliche Positionen ausgehalten und als Ansatz für eine Stärkung der Linken genutzt werden. Lederer zeigte sich zuversichtlich, dass die Partei diese Aufgabe bewältigen werde.
Dagegen steht die Linke nach Einschätzung von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vor einer «schwierigen personellen Neuaufstellung». Die inhaltlichen Konflikte seien nicht geklärt, sagte Wowereit am Samstag in Eisenach am Rande einer Klausur der Berliner SPD-Fraktion.
Welche Auswirkungen der Schritt Lafontaines auf die Chancen für eine rot-rote Koalition auf Bundesebene habe, sei derzeit nicht abzusehen, sagte Wowereit, der auch stellvertretender Chef der Bundes-SPD ist. Auf Landesebene habe er mehr als einmal versucht, «Konflikte zu schüren, indem er mit bundespolitischen Themen Druck ausgeübt hat». Da müsse man abwarten, wie sich das künftig entwickele. Wowereit führt seit Anfang 2002 in Berlin eine rot-rote Koalition.
Lederer reagierte auf die Äußerungen des Regierenden Bürgermeisters gelassen. Wowereit solle die Frage der Linkspartei überlassen, die ihre internen Auseinandersetzungen führen werde. Lederer fügte hinzu: «Wir werden das in vernünftiger Weise hinkriegen.»
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