BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Weltwirtschaftskrise vor Protektionismus gewarnt und eine starke internationale Zusammenarbeit beschworen. Kein Land tue sich einen Gefallen, wenn es sich abschotte, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Sie vereinbarte mit den Chefs von Organisationen wie Weltbank, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Welthandelsorganisation (WTO) einen engen Dialog zur Bewältigung der Krise.
Merkel bewertete die vom US-Senat abgeschwächte Klausel zur Bevorzugung amerikanischer Produkte ("Buy American") als positives Signal. Die USA und Europa hätten die gleichen Interessen an freien Märkten. WTO-Chef Pascal Lamy erwartet, dass von der "Buy American"- Klausel nun keine "negativen isolationistischen Signale" mehr ausgingen.
KANZLERIN KRITISIERTE US-STAATSHILFEN
Die Kanzlerin kritisierte aber die US-Staatshilfen für die angeschlagenen Autokonzerne General Motors und Chrysler. Sie verhehle nicht, dass dies ihr Sorgen mache. Diese Art der Subventionierung dürfe keine "Dauereinrichtung" sein. Merkel warb für eine rasche Einigung in den seit Jahren auf Eis liegenden WTO-Verhandlungen über den Abbau weiterer Handelsschranken (Doha-Runde).
Bei dem Treffen im Kanzleramt bekannten sich Weltbank, IWF, WTO, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) zum Aufbau einer Charta für nachhaltiges Wachstum. Dazu zählt auch der Klimaschutz. Weltbank-Chef Robert Zoellick sagte, die Staaten müssten dafür mehr Geld aufwenden.
SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT GARANT FÜR DAUERHAFTES WACHSTUM
Merkel betonte, alle seien sich einig gewesen, dass eine soziale Marktwirtschaft Garant für dauerhaftes Wachstum sei. Die Kanzlerin kündigte an, dass sie Großbritanniens Premierminister Gordon Brown vorschlagen will, die Organisationen zum G20-Finanzgipfel Anfang April in London einzuladen.
Nach Ansicht von Merkel dürfen die Entwicklungsländer in der Krise nicht vergessen werden. "Wirtschaftswachstum kann ohne die Entwicklungsländer nicht auf Dauer generiert werden." Lamy sagte, arme Länder seien beunruhigt, dass die großen Konjunkturprogramme der Industriestaaten den Welthandel verzerren könnten./




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