Mainz (ddp-rps). Immer mehr Menschen in Rheinland-Pfalz beziehen nach Angaben des Landesverbands des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) nach dem Verlust ihres Jobs sofort Leistungen nach «Hartz IV». Im ersten Halbjahr 2009 habe das auf 13 584 Arbeitslose zugetroffen. «Das entspricht einem Anteil von 15 Prozent derjenigen, die ihren Job verloren haben», sagte DGB-Landesvorsitzender Dietmar Muscheid am Samstag in Mainz. Die «Sicherungslücken der Arbeitslosenversicherung» seien nicht mehr zu übersehen, fügte Muscheid hinzu.
Den «direkten Absturz ins 'Hartz IV'-System» erklärte der Gewerkschafter damit, dass die Betroffenen «entweder gar nicht oder weniger als die geforderten zwölf Monate in den letzten zwei Jahren sozialversichert beschäftigt gewesen» seien. Vor allem befristet Beschäftigte oder Leiharbeitskräfte könnten die erforderlichen Beitragszeiten nicht nachweisen, wenn sie arbeitslos würden. Muscheid betonte: «In keiner anderen Branche sind in den letzten Monaten so viele Arbeitsplätze abgebaut worden wie in der Leiharbeit.»
Als Konsequenz forderte der DGB-Landesvorsitzende eine Verlängerung der Frist, um Leistungen aus dem Arbeitslosengeld I zu beziehen. «Viele instabile und befristet Beschäftigte könnten von 'Hartz IV' verschont werden, wenn die gültige Rahmenfrist zumindest um ein Jahr verlängert würde und so mehr Zeit bliebe, um die zwölf Beitragsmonate anzusammeln», sagte Muscheid.
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