Dabei brauchen die Menschen - häufig Rentner oder Geringverdiener - den Zuschuss dringend, um ihre Wohnung oder ihr kleines Häuschen halten zu können. Diesem Ziel diente auch die zu Jahresbeginn in Kraft getretene bundesweite Wohngeldnovelle, die den Kreis der Anspruchsberechtigten ausdehnte. Zugleich wurde die Leistung angehoben, um wachsende Belastungen abzufedern.
Die Misere sei seit Jahren bekannt und habe sich nicht wesentlich geändert, rügte der CDU-Politiker. Knapp 38 600 Anträge lagen zwischen März und Juni 2009 pro Monat in Berlin vor. Bearbeitet wurden davon durchschnittlich 9500, also rund jeder vierte. Über lange Zeit habe sich ein Berg von etwa 30 000 Anträgen aufgestaut, der einfach nicht abnehme, kritisierte Hoffmann. Insgesamt 143 Mitarbeiter sind in den Wohngeldstellen der Bezirke beschäftigt.
Auffallend sind die großen regionalen Unterschiede. Spitzenreiter war Lichtenberg mit rund 5400 vorliegenden Anträgen pro Monat, gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg (4690) und Pankow (4400). Die wenigsten gab es in Reinickendorf (1300), Spandau (1700) und Marzahn-Hellerdorf (2000). Die Angaben sind auch von der Einwohnerzahl und der Zahl der Geringverdiener über «Hartz IV»-Niveau pro Bezirk abhängig.
Am längsten mussten Antragsteller in Steglitz-Zehlendorf warten: fast sechseinhalb Monate. Mehr als fünf Monate dauerte es in Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg. Am besten schnitt Reinickendorf mit gut zwei Monaten ab, knapp gefolgt von Marzahn-Hellersdorf.
Ein Grund für die gravierenden Unterschiede könnte beim Personal liegen, vermutete Hoffmann. Die Zahl der Mitarbeiter in den Wohngeldstellen schwankte zwischen 8 und 17. Dem Ausschuss will jedoch überhaupt nicht einleuchten, warum Tempelhof-Schöneberg das meiste Personal hat, aber im Durchschnitt mit 40 die wenigsten Anträge pro Mitarbeiter im Monat erledigte. Neukölln mit zehn Beschäftigten schaffte immerhin 102 Begehren pro Mitarbeiter im Monat.
Auch die Fähigkeiten und die Motivation des Personals werfen Fragen auf. In Tempelhof-Schöneberg arbeitete ein Mitarbeiter pro Tag zwei Anträge ab, im Berliner Durchschnitt waren es gut drei. Bester Bezirk war Neukölln mit fast fünf Anträgen pro Bearbeiter.
Woran die Differenzen im Einzelnen liegen, könne der Ausschuss nicht beurteilen, sagte Hoffmann. Das müsse in den Ämtern selbst geprüft werden. «Wir erwarten aber, dass alle Bezirke eine Frist von zwei Monaten einhalten», betonte der Vize-Ausschussvorsitzende. Notfalls müsse eben das Personal aufgestockt werden. Der Ausschuss lud die Bezirksstadträte von Tempelhof-Schöneberg, Pankow und Steglitz-Zehlendorf sowie einen Vertreter der Stadtentwicklungsverwaltung für 8. September ein, um mit ihnen über eine Lösung der Probleme zu beraten.
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