Bergmann stellte klar, die Anlaufstelle sei keine therapeutische Einrichtung und liefere auch keine Rechtsberatung. Vielmehr gehe es darum, den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, über den Missbrauch zu sprechen und zu erfahren, welche Anliegen sie hätten.

Die Berichte der Opfer sollen anonym dokumentiert und aufgearbeitet werden und Empfehlungen für den Runden Tisch liefern, der seit April über das Thema berät. Wissenschaftlich begleitet wird dies von dem Ulmer Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jörg Fegert. Erste zusammengefasste Daten sollen im Spätsommer vorliegen.

«Niemand wird ausgefragt», stellte Fegert klar. Dokumentiert werde nur, was die Menschen «von sich aus mitteilen» wollten. «Wir wollen auch keine Service-Hotline sein», betonte er. Es gehe um Gespräche «mit Gründlichkeit und Zuneigung».

Hintergrund ist das Bekanntwerden Hunderter Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in kirchlichen und anderen Erziehungseinrichtungen in den vergangenen Monaten. Ende März hatte die Regierung Bergmann berufen. In E-Mails und Briefen hätten sich seitdem bereits rund 500 Betroffene gemeldet, sagte sie. Nun gebe es auch telefonisch die Möglichkeit dazu. Vor wenigen Wochen hatte bereits die katholische Kirche eine Beratungs-Hotline zu sexuellem Missbrauch eingerichtet.

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