Göttingen (ddp-nrd). Der Göttinger Landrat Reinhard Schermann (CDU) hat eine für den 9. Mai in Friedland geplante Demonstration rechtsextremer Russlanddeutscher verboten. Durch den angekündigten «Deutsch-russischen Friedensmarsch» mit bis zu 600 Teilnehmern sehe er die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet, sagte Schermann am Donnerstag. Die Entscheidung sei nach intensiver Abwägung zwischen dem grundgesetzlich garantierten Versammlungsrecht und dem Grundrecht auf Schutz von Leben und körperlicher Unversehrtheit getroffen worden.

Aufgrund der vermutlich hohen Teilnehmerzahl rechtsextremer und zum Teil gewaltbereiter Personen sei mit Gewalttätigkeiten zu rechnen, sagte Schermann. So seien unter anderem rechtsextreme «Freie Kameradschaften» und «Autonome Nationalisten» zu erwarten. Als Reaktion auf den «Friedensmarsch» waren auch zwei Gegendemonstrationen angemeldet worden. «Aufgrund der engen Verhältnisse im Ort Friedland ist die Durchführung der drei angemeldeten Demonstrationen nicht möglich», erklärte Schermann.

Der rechte Aufmarsch war vom «Freundeskreis der Russlanddeutschen Konservativen» angemeldet worden und sollte vom Grenzdurchgangslager Friedland zum Heimkehrerdenkmal oberhalb des Dorfes führen. Die «Russlanddeutschen Konservativen» unterhalten enge Verbindungen zur NPD, die im Internet für die Demonstration wirbt.

Das Grenzdurchgangslager Friedland war nach Ende des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten als Auffanglager für Flüchtlinge, Vertriebene und heimkehrende Kriegsgefangene gegründet worden. Es diente auch als Erstaufnahmeeinrichtung für deutschstämmige Aussiedler aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und anderen osteuropäischen Ländern.

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