Wiesbaden (dapd-hes). Insgesamt stehen nach ihren Angaben für die Kampagne und damit verbundene Projekte 4,45 Millionen Euro zur Verfügung.
Umfragen belegten, dass 98 Prozent der Bürger den Ausbau erneuerbarer Energien begrüßten, sagte die Ministerin. Bei manchen Windpark- oder Biogasprojekten rege sich jedoch Widerstand vor Ort. Die Informationskampagne unter dem Motto 'Bei uns hat Energie Zukunft' soll laut Puttrich sowohl dazu beitragen, Investitionen in erneuerbare Energien zu steigern, als auch 'alle Akteure auf dem Weg in das neue Energiezeitalter mitzunehmen'.
Den Auftakt sollen am Mittwoch Anzeigen in hessischen Tageszeitungen machen, die auch in den jeweiligen Onlineausgaben und Anzeigenblättern geschaltet werden. Puttrich betonte, die Anzeigenserie werde nicht belehrend oder mit erhobenem Zeigefinger, sondern 'sympathisch und ansprechend' gestaltet sein. Im Wechsel mit den Zeitungsinseraten ist auch Radiowerbung geplant. Ziel sei es, den Menschen zu zeigen, was mit erneuerbaren Energien machbar sei. Geplant seien aber auch konkrete Informationen etwa zu Wärmeverlusten, die sich durch Dämmung vermeiden ließen.
Das Ministerium will zudem mit Infobroschüren Bürger, Unternehmen und Kommunen ansprechen, aber auch Internet und soziale Netzwerke einbeziehen. 'Wir wollen mit den Bürgern in Dialog treten', sagte Puttrich. Zudem wird ein Infobus auf den Weg geschickt, der ebenso wie die schon laufenden Ausstellungen zu den Themen Passivhaus, Altbausanierung und Sonnenenergie von Kommunen gebucht werden kann. Als begleitende Maßnahmen zu der Infokampagne nannte die Ministerin die Entwicklung eines Energieatlasses, einen Förderkompass mit den Hilfeprogrammen von EU, Bund, Land und Kommunen sowie Aus- und Weiterbildungsinitiativen für Architekten, Planer und Handwerker.
'Wer gut informiert ist, kann klüger handeln', gab Puttrich als Ziel der Kampagne aus. Erfolg und Geschwindigkeit der Energiewende hingen in hohem Maß davon ab, dass sich die Gesellschaft mit den notwendigen Maßnahme identifiziere und jeder in Hessen einen Beitrag zu einer Verringerung des Energieverbrauchs leiste.
Bei der Opposition im hessischen Landtag stieß das Konzept auf verhaltene Zustimmung. Der energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Timon Gremmels, äußerte sich erfreut darüber, dass die Landesregierung der SPD-Forderung nachkomme, die Anzeigenkampagne zusammen mit der 'Agentur für Erneuerbare Energie' zu starten. Man könnte aber vermuten, dass sich die Informations- und Akzeptanzinitiative besonders auch an die Regierungsfraktionen von CDU und FDP richte, die bis vor kurzem noch heftig gegen 'Windkraftmonster' gewettert hätten.
Ähnlich äußerte sich die Grünen-Politikerin Ursula Hammann: Am meisten müssten CDU-Generalsekretär Peter Beuth und die FDP von der Windenergie überzeugt werden. Der FDP-Abgeordnete René Rock erhofft sich eine Energieeinsparung von mindestens 50 Prozent bei der Gebäudesanierung.
(Internet: http://www.energieland.hessen.de)
dapd


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