Er soll der Freund des Opfers gewesen sein. Über das Motiv der Tat ist bislang nichts bekannt.
Die Leiche der Schülerin war am 16. Dezember 2009 im Zimmer des mutmaßlichen Täters in einem Dresdner Übergangswohnheim gefunden worden. Der Angeklagte schlug der Staatsanwaltschaft zufolge mit einem Nudelholz mindestens dreimal mit großer Wucht von hinten auf den Kopf seines Opfers ein. Anschließend soll er versucht haben, die bewusstlose junge Frau mit einem Telefonkabel zu erwürgen. Dieses soll er so fest zugezogen haben, dass es riss. Danach soll er die zu dem Zeitpunkt noch lebende Schülerin mit deren Tuch erdrosselt haben.
Zwei Wochen nach der Tat wurde der Gesuchte von der französischen Polizei aufgrund eines europäischen Haftbefehls in Calais an der Kanalküste festgenommen. Am 14. Januar wurde der mutmaßliche Täter den Dresdner Strafverfolgungsbehörden übergeben.
Laut Staatsanwalt handelte es sich bei der Tat um einen heimtückischen Mord. «Der Angeklagte hat sie hinterrücks getötet», sagte der Anklagevertreter. Für die junge Frau sei der Angriff völlig unerwartet gekommen. Im Gespräch mit dem Gerichtspsychiater hat der Mann er die Tat bestritten und sich ansonsten nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Der Leiter des Asylbewerberheims, der die Tote im Zimmer des Angeklagten gefunden und die Polizei gerufen hatte, sagte in seiner Zeugenvernehmung, die Schülerin sei die Freundin des Angeklagten gewesen. Den mutmaßlichen Mörder bezeichnete er als ruhig und unauffällig. Der Zeuge war von einem Landsmann des Angeklagten gerufen worden, der von einem Streit zwischen den beiden berichtet und die Schülerin hatte weinen hören.
Der Angeklagte, dessen Asylantrag abgelehnt wurde, lebte seit Mitte 2007 in Dresden. Wenige Tage vor der Tat hatte er eine Ausweisungsverfügung bekommen. In lokalen Medien wurde darüber spekuliert, dass er versucht haben könnte, die Schülerin zur Hochzeit zu überreden, um die drohende Abschiebung in letzter Minute abzuwenden. Angeblich soll er auch andere Frauen angesprochen haben.
Zu Prozessbeginn befand sich auch der Vater der jungen Frau im Gerichtssaal. Bei der Schilderung von Details zu dem Verbrechen kämpfte er immer wieder mit den Tränen. Sein Anwalt sagte, für die Familie sei dies alles unendlich schwer gewesen.
In dem Prozess sollen mehr als 20 Zeugen angehört werden, von deren Aussagen sich das Gericht Aufschluss über das Motiv der Tat verspricht. Acht Verhandlungstage sind für diesen Prozess angesetzt. Das Urteil soll Anfang Oktober gesprochen werden.
ddp


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