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L'Oreal beschleunigt Wachstum - Starker Euro drückt auf Erlöse

vor 14 Minuten veröffentlicht

PARIS (dpa-AFX) - Der weltgrößte Kosmetikkonzern L'Oreal hat beim Wachstum von April bis Ende Juni wieder einen Zahn zugelegt. Probleme gibt es aber nach wie vor in Nordamerika. Das Geschäft dort hinkt weiter den anderen Regionen hinterher. Im Vergleich zum Vorjahresquartal und bereinigt um Währungsschwankungen legten die Erlöse zwar um 4,1 Prozent zu, wie der Konzern, der in einigen Geschäften mit dem deutschen Hersteller Henkel konkurriert, am Donnerstagabend in Paris mitteilte. Der starke Euro zehrte den höheren Absatz jedoch wieder komplett auf.

Nach einem schwächeren Jahresstart blieb so für die ersten sechs Monate immer noch ein Umsatzrückgang um 1,5 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro übrig. Bereinigt um Sondereffekte wie dem starken Euro habe das Wachstum 3,8 Prozent betragen. Experten hatten mit einem etwas stärkeren Anstieg gerechnet. Seinen Gewinn konnte der Kosmetikhersteller dennoch leicht steigern. Der Überschuss wuchs um 1,5 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro.

Die im EuroStoxx 50 notierte Aktie sackte nach einem kurzen Kurssprung am Freitagmorgen ins Minus. An der Pariser Börse verlor das Papier zuletzt 1,54 Prozent auf 124,45 Euro. Analysten hatten für das zweite Quartal mit einer besseren Umsatzentwicklung gerechnet. "L'Oreal ist nach wie vor weit von dem entfernt, was wir von dem Konzern gewohnt sind", schrieb Analyst Andrew Wood von Sanford Bernstein in einer Studie. Zudem bleibe L'Oreal derzeit beim Wachstum hinter dem Hauptrivalen Unilever zurück.

Beim operativen Gewinn hatte L'Oreal hingegen die Erwartungen der Experten erfüllt: Dieser blieb im ersten Halbjahr mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 2,03 Milliarden Euro praktisch stabil. Gut lief es vor allem bei L'Oreal Luxe mit Marken wie Lancôme und Biotherm sowie bei Aktivkosmetik-Produkten. Auch Massenmarken wie Garnier und Profiserien wie L'Oreal Professionnel verkauften sich besser, warfen jedoch trotz höherer Erlöse etwas weniger Gewinn ab als ein Jahr zuvor.

Für das laufende Jahr stellt Konzernchef Jean-Paul Agon weiter ein profitables Wachstum in Aussicht. Das französische Unternehmen hatte die Aktionäre in den vergangenen Jahren mit teils deutlichen Wachstumsraten verwöhnt. Seit einiger Zeit flachen die Zuwächse jedoch ab. An der Börse schlägt sich das in einem sinkenden Kurs nieder. Seit dem im Mai erreichten Rekordhoch von 137,85 Euro verlor das Papier knapp zehn Prozent. Neben der abflachenden Umsatzkurve hatte Anfang des Jahres ein Teilausstieg des Großaktionärs Nestle auf den Kurs gedrückt.