Zaitzkofen (ddp). Die umstrittenen Priesterweihen der traditionalistischen Piusbruderschaft werden nach Einschätzung ihres Generaloberen, Bischof Bernard Fellay, vom Vatikan toleriert. Er sei selbst Anfang Juni in Rom gewesen, sagte Fellay am Samstag nach der Weihe von drei Priestern im bayerischen Zaitzkofen und betonte: «Man hat uns diese Weihen nicht verboten. Sie sind politisch von Rom toleriert.»

Zugleich verteidigte er die Priesterweihen gegen die scharfe Kritik deutscher Bischöfe. Hauptzweck seiner Gemeinschaft sei, Priester auszubilden. Die Weihen seien für die Piusbruderschaft «etwas ganz Normales».

In den Beziehungen zu Rom gebe es noch ungelöste Probleme. «Wir betrachten aber nicht uns als das Problem», betonte er. Vielmehr nenne die Bruderschaft die Schwierigkeiten beim Namen. «Wenn es so weitergeht, ist die Kirche in vielen Ländern in 10, 20 Jahren nicht mehr da», warnte der Bischof.

Fellay geht davon aus, dass es nach den Sommerferien inhaltliche Gespräche mit dem Vatikan geben wird. Der Papst agiere derzeit sehr vorsichtig, wofür der Generalobere «sehr viel Verständnis» zeigte. «Die Lage ist ein bisschen heiß jetzt», sagte er, gab sich zugleich aber zuversichtlich. Wenn bei allen Seiten guter Willen bestehe, «dann wird's zu einer Lösung kommen».

Zugleich distanzierte sich Fellay erneut von den Äußerungen seines Bischofskollegen Richard Williamson, der in einem TV-Interview den Holocaust geleugnet hatte. Williamsons Meinung habe «nichts mit der Piusbruderschaft zu tun». «Ich grenze das total ab», betonte Fellay, «das ist uns fremd.»

(folgt Nachrichtenfeature bis 16.30 Uhr)

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