Der VW-Aufsichtsrat hatte die Verträge in der Nacht zu Freitag genehmigt.
In den Durchführungsverträgen werden die organisatorischen, strukturellen und rechtlichen Details der Zusammenführung beider Unternehmen verbindlich geregelt.
Eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Zustimmung beider Aufsichtsgremien sei der Abschluss der Verhandlungen mit dem Bankenkonsortium von Porsche zur Rückführung des bestehenden Großkredits gewesen, teilte Porsche mit. Dabei werde Porsche den bestehenden Kreditrahmen über 10,75 Milliarden Euro ablösen durch eine neue Kreditlinie, die bis zu einem Gesamtvolumen von 8,5 Milliarden Euro reiche. Diese Summe verteile sich auf drei Tranchen mit Laufzeiten zwischen zwei und drei Jahren und reduziere die Zinslast von Porsche deutlich.
Der designierte Porsche-Chef, der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, könnte nach der Zustimmung beider Gremien bereits am Mittwoch seinen ersten öffentlichen Auftritt in seinem neuen Amt haben. Dann legen die Stuttgarter ihre endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2008/09 vor.
Volkswagen und Porsche hatten sich im Sommer nach knapp vierjährigem Machtkampf grundsätzlich darauf verständigt, den hoch verschuldeten Sportwagenbauer als zehnte Marke in den VW-Konzern einzugliedern. Die Transaktion soll in mehreren Schritten umgesetzt werden. Noch in diesem Jahr will Volkswagen für rund 3,9 Milliarden Euro 49,9 Prozent an der Porsche AG übernehmen. Dazu plant Europas größter Autohersteller eine Kapitalerhöhung im ersten Halbjahr 2010, der die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung Anfang Dezember zustimmen sollen. Die endgültige Verschmelzung der beiden Konzerne soll 2011 erfolgen.
Die Abstimmung im Volkswagen-Aufsichtsrat ist nach einem Bericht von «Spiegel Online» nicht einstimmig ausgefallen. Nach Informationen des Magazins votierten die beiden VW-Kontrolleure Roland Oetker, Präsident der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, und RWE-Chef Jürgen Großmann gegen die Porsche-Übernahme. Zu Beginn der Sitzung hätten sogar vier Vertreter der Kapitalseite im Aufsichtsrat Bedenken gegen das Geschäft geäußert. Auch TUI-Chef Michael Frenzel und Ex-E.ON-Manager Michael Gaul hätten den Sinn der Porsche-Übernahme hinterfragt und sich für die Absicherung möglicher Risiken für den VW-Konzern ausgesprochen.
Der Volkswagen-Aufsichtsrat stimmte am Freitag auch der Übernahme von Teilen des insolventen Auftragsfertigers Karmann zu. In den kommenden Wochen solle für den Fahrzeugbau sowie den Start eines neuen Fahrzeugprojektes eine VW-Tochtergesellschaft gegründet werden, teilte das Unternehmen mit. Die Produktion am Karmann-Sitz in Osnabrück solle 2011 neu beginnen. VW will nach aktuellen Planungen bis 2014 mehr als 1000 Arbeitsplätze schaffen. Kurzfristig würden bereits im kommenden Jahr rund 200 Spezialisten zum Anlauf und zum Projektstart benötigt.
Wolfsburg/Stuttgart (ddp)





























