Polizei, Kriminalität

Polizeipräsidium Mittelhessen - Gießen / Pressemeldung vom ...

19.05.2017 - 16:26:50

Polizeipräsidium Mittelhessen - Gießen / Pressemeldung vom .... Pressemeldung vom 19.05.2017: Willkommen im digitalen Zeitalter - Ausstattung der Feuerwehren in Hessen mit digitalen Pagern Rollout der für die Alarmierung erforderlichen Pager kann beginnen

Gießen - Marburg. Die "Landesstelle BOS-Funk Hessen" (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) im Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung (PTLV) hat den Rollout für die in Hessen geplanten 50 bis 60 Tausend digitalen aktiven Alarmierungsempfänger im August 2016 gestartet. Analog dem Netzaufbau erfolgt der Rollout nicht für das gesamte Landesgebiet gleichzeitig, sondern sukzessive. Als eine der ersten Kommunen und Gemeinden erhielten Pfungstadt und Modautal die digitalen Pager. Darmstadt, Darmstadt/Dieburg, Wetterau, Waldeck-Frankenberg und Groß-Gerau waren die ersten Kreise, die mit der digitalen Alarmierung ausgestattet wurden. Der Startschuss für den Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seinen 22 Städten und Gemeinden erfolgte am gestrigen Donnerstag, 18.05.2017, in Marburg.

Das digitale Sprach- und Datennetz für alle BOS in Hessen dient als Grundlage für die Alarmierung von nichtpolizeilichen BOS. Die nichtpolizeilichen BOS sind Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, wie z.B. die Feuerwehren, die Rettungsdienste, der Katastrophenschutz, die DLRG und das THW. Bisher wurden Feuerwehr und Rettungsdienst über den veralteten Analogfunk alarmiert. Diese Technik ist nicht mehr zuverlässig, da sie zunehmend ausfällt und Reparaturen nur noch bedingt möglich sind.

Die Entscheidung, eine Alarmierung mit dem BOS-Digitalfunk durchzuführen, basierte auf der ökonomischen Erkenntnis, dass hiermit auch mehrere unterschiedliche Dienste parallel genutzt werden können. Die Infrastruktur wurde gleichsam durch den Aufbau des Sprach- und Datennetzes für die BOS geliefert. Ein Grund, warum Hessen den Ausbau des Netzes sehr komfortabel wählte. Hessen ist zudem das erste Bundesland, das bei der Einführung des Digitalfunks die Alarmierung einbezieht und so insbesondere die Anforderungen und Besonderheiten der Alarmierung ehrenamtlicher Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Hilfsdienste berücksichtigt.

Durch die Entwicklung eines aktiven digitalen TETRA-Alarmierungsempfängers (Pager) der Industrie, ist nun auch die zweite Hürde neben dem Netzaufbau genommen.

Startschuss für den Landkreis Marburg-Biedenkopf Gestartet wurde die Umsetzungsphase für die insgesamt 22 Städte und Gemeinden mit einer Informationsveranstaltung am 18. Mai 2017 bei der Brandschutzaufsichtsbehörde in Marburg, bei der die Abläufe und die Rahmenbedingungen seitens der "Autorisierten Stelle Digitalfunk Hessen", verortet im Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung, des Endgeräteherstellers Airbus Defence and Space (Airbus D&S) und des Servicepoints des Landkreises, Vertretern der Gemeinden, der Feuerwehren und Hilfsorganisationen vorgestellt wurden. Die Städte und Gemeinden des Landkreis Marburg-Biedenkopf haben für die Ausstattung ihrer Feuerwehren einen Bedarf von insgesamt ca. 3.500 Pagern angemeldet.

Die Firma Airbus D&S, Cassidian Communications GmbH mit Sitz in Sulzbach, stellt zum Abruf dieser Endgeräte durch die jeweiligen Gemeinden (Bedarfsträger) ein zentrales webbasiertes Abrufsystem in Form eines elektronischen Warenkorbs zur Verfügung, über das die benötigten Komponenten abgerufen werden können. Neben den Bestellungen können hier auch aktuelle Themen zum Warenkorb eingesehen und bereitgestellte Software heruntergeladen werden. Die Administration erfolgt über ein zentrales landesweites Updatesystem (Server/Client) der Firma Airbus D&S (Taqto). Eine abgestimmte Basiskonfiguration wird von der Abteilung Landesstelle BOS-Funk Hessen des PTLV je Leitstellenbereich auf dem zentralen Server bereitgestellt. Jeder Nutzer hat somit die Möglichkeit, sein Update selbst, ggf. am heimischen PC, durchzuführen. Die Benutzerverwaltung erfolgt zentral durch die Landesstelle BOS-Funk Hessen.

Der Auftakt ist gemacht! Den Umstieg von analoger zu digitaler Alarmierung organisiert der Landkreis mit den Kommunen eigenverantwortlich in Abstimmung mit den Bedarfsträgern in ihren Zuständigkeitsbereichen.

Das Land Hessen unterstützt die Kommunen bei dieser Umstellung durch die gemeinsame Beschaffung der digitalen Funkgeräte und Pager sowie durch eine konkrete Förderung der digitalen Endgeräte mit rund 7 Millionen Euro.

Vorteile der aktiven Alarmierung Im Digitalfunk gibt es nun die "Aktive Alarmierung", die zweierlei Vorteile mit sich bringt: 1. Die Leitstelle erkennt bei Einzelalarmierung, ob ein Alarm den Empfänger erreicht hat (technisch). 2. Die Leitstelle erfährt, ob der Empfänger auch einsatzbereit ist (taktisch). Beide Informationen sind für die Einsatzdisposition wichtig. Letzterer Punkt ist insbesondere für ehrenamtliche Organisationen ein großer Vorteil, denn nun steht innerhalb kürzester Zeit fest, ob mit der Alarmierung die Mindeststärke sichergestellt ist oder ggf. eine Nachalarmierung erfolgen muss. Darüber hinaus können den Einsatz betreffende Informationen in Form von Alarmtexten (z.B. Einsatzadressen, Einsatzstichwort) den Einsatzkräften bereits bei der Alarmierung zur Verfügung gestellt werden.

Mit dieser Technik ist es auch möglich, einen persönlichen Status zur Nichtverfügbarkeit (z.B. krank, Urlaub, Dienstreise, etc.) zu übertragen. Damit kann der Organisationsverantwortliche frühzeitig seine Einsatzplanung optimieren.

Über das Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung

Beim PTLV handelt es sich um eine zentrale Spezialbehörde unter den elf hessischen Polizeibehörden, die im Zuge der Polizeireform (2001) als eine zentrale Dienstleistungs- und Serviceeinrichtung für die Polizei Hessen geschaffen wurde. Der Sitz des Präsidiums ist in der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Das Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung mit seinen rund 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern macht gute Polizeiarbeit erst möglich. Die Aufgaben umfassen insbesondere:

- als zentrale Beschaffungsstelle: Gewährleister für die Mobilität und das Flottenmanagement der hessischen Polizei auf der Straße, auf dem Wasser und in der Luft, - die polizeiliche Informations- und Kommunikationstechnik, einschließlich des gesamten hessischen Digitalfunks für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) - für alle Polizeidienststellen und Einrichtungen für den Polizeivollzugsdienst sowie in besonderen Einsatzlagen die technische Unterstützung zu gewährleisten - die hessenweite polizeiliche Ausstattung mit Dienstbekleidung (auch für die Justizbehörden) und Einsatztechnik, einschließlich Dienstwaffen, Munition und Gerät - die Bauplanungskoordination bei Neubau-, Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen - als Koordinierungs-, Kompetenz- bzw. Beratungsstelle in Angelegenheiten der Abfallentsorgung und des Gefahrguttransportes - die Verwertung von Asservatwaffen, auch für die Waffenbehörden (Landrats- und Ordnungsämter) sowie Justizbehörden

Die Sicherheit der hessischen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten hat oberste Priorität: So wird die Uniform und Schutzkleidung seitens des PTLV stetig weiter entwickelt und viel Geld investiert; insgesamt sind derzeit Schutzausstattungen im Wert von ca. 15 Mio. Euro im Einsatz.

Die hessische Polizei ist mit 3.500 Fahrzeugen der größte Fahrzeughalter in der Landesverwaltung. Im Jahr 2016 wurden in die Neubeschaffung von Fahrzeugen ca. 20 Mio. Euro investiert.

Darüber hinaus ist das PTLV landesweit für den Digitalfunk in Hessen für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zuständig. Neben der Polizei zählen zu den BOS insbesondere die Feuerwehren, das Technische Hilfswerk, die Rettungsdienste und die Katastrophenschutzbehörden.

Pressekontakt: Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung Martina Gutermuth, Pressesprecherin Willy-Brandt-Allee 20 65197 Wiesbaden Telefon: +49 (611) 8801 - 5101 Telefax: +49 (611) 8801 - 5009 E-Mail: pressestelle.ptlv@polizei.hessen.de

Internet: www.polizei.hessen.de

Jörg Reinemer Pressesprecher

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