Polizei, Kriminalität

Polizeiinspektion Göttingen / Wunderkerzen statt Böller ...

01.01.2017 - 16:10:57

Polizeiinspektion Göttingen / Wunderkerzen statt Böller .... (1/2017) Wunderkerzen statt Böller auf dem Göttinger Marktplatz - Stadt und Polizei Göttingen mit Einsatzverlauf der Silvesternacht zufrieden

Göttingen - Göttingen, Innenstadt Samstag/Sonntag, 31.12.16/01.01.17

GÖTTINGEN (jk) - Aufgrund des von der Stadt Göttingen verfügten Feuerwerkverbotes wurde in diesem Jahr in der Göttinger Innenstadt eindeutig weniger geböllert.

Das ist die Bilanz eines gemeinsamen Präventiveinsatzes, der in der Silvesternacht unter anderem zur Überwachung des Verbotes stattfand. Zehn gemischte Interventionsteams von Polizei und Stadtordnungsdienst waren seit dem frühen Abend innerhalb des Walls unterwegs, verteilten Informationsflyer und suchten das aufklärende Gespräch mit Passanten. Weitere Einsatzkräfte waren zeitgleich zu Fuß und auch mit Fahrzeugen in den anliegenden Straßen unterwegs und beobachten die Situation.

Zunächst waren die Straßen der Innenstadt kaum frequentiert. Gegen 23.00 Uhr registrierten die Ordnungshüter dann einen verstärkten Zulauf auf dem Marktplatz, dem erfahrungsgemäß beliebtesten Treffpunkt in der Innenstadt in der Silvesternacht. Bereits jetzt deutete sich an, dass die hohe Präsenz der Polizei sowie die aufklärenden Gespräche und Informationen offenbar dazu führten, dass sich vor dem Alten Rathaus nicht wie in den Vorjahren dicht gedrängte Menschenmengen einfanden. Bis gegen Mitternacht trafen sich hier lediglich bis zu ca. 150 Personen, die sich rings um den Platz verteilten. Zum Abbrennen von Feuerwerkskörpern kam es auf dem Marktplatz nur vereinzelt. Stattdessen zündeten viele Besucher zur Jahreswende Wunderkerzen an.

Kurz nach Mitternacht verlagerten sich feiernde Personengruppen u. a. in Richtung der Roten Straße und des Albaniplatzes vor der Stadthalle. In der Roten Straße kam es im weiteren Verlauf zum Abbrennen von zum Teil verbotener Pyrotechnik (sog. "Polenböller"). Ein Beamter der Bereitschaftspolizei wurde dabei durch einen Böllerwurf in seine Richtung leicht verletzt (Knalltrauma). Ein vereinzeltes Abbrennen von Böllern wurde im Bereich der oberen Fußgängerzone (Weender Straße/Carree) sowie auf dem Wochenmarkt verzeichnet, was von den Einsatzkräften und Interventionsteams im Rahmen der Möglichkeiten unterbunden wurde.

Bereits gegen 00.30 Uhr hielten sich schließlich nur noch ca. 50 Personen im Bereich des Marktplatzes und ca. 100 vor der Stadthalle auf. Ansonsten hatten sich die Straßen weitestgehend geleert.

Im Rahmen des Einsatzes führten die Teams insgesamt 68 Gefährdernansprachen durch und sprachen zwei Platzverweisungen aus. Von dreizehn Personen wurde die Identität nach dem Gefahrenabwehrgesetz, von zwei weiteren nach der Strafprozessordnung festgestellt. Es wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung (1) sowie wegen Abbrennens verbotener Pyrotechnik (2) nach dem Sprengstoffgesetz eingeleitet. In diesem Zusammenhang wurden vier aufgefundene Sprengkörper (sog. "Polenböller") beschlagnahmt.

"Insgesamt sind wir mit dem Verlauf des Einsatzes zufrieden. Unser Konzept ist aufgegangen", so Gesamteinsatzleiter Rainer Nolte von der Polizeiinspektion Göttingen. "Uns war natürlich klar, dass wir das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der gesamten Innenstadt nicht komplett verhindern können. Für den Göttinger Marktplatz, auf dem es in den zurückliegenden Jahren wiederholt zur gefährlichen Situationen unter den zum Teil erheblich alkoholisierten Feiernden gekommen war, ist es uns in diesem Jahr aber eindeutig gelungen, dieses Verhalten zu unterbinden. Darüberhinaus konnten wird mithilfe der vielen mobilen Teams im Raum flexibel und zeitnah auf entsprechende Feststellungen reagieren", sagte der Polizeidirektor.

Im weiteren Verlauf der Silvesternacht hatten die Einsatz- und Streifendienste der Polizeiinspektion Göttingen insbesondere in der Universitätsstadt bis in die frühen Morgenstunden eine Vielzahl weiterer Einsätze zu verzeichnen, wie sie klassisch für den Jahreswechsel sind, darunter Körperverletzungen, Bedrohungen, Hausfriedensbrüche, Ruhestörungen, Sachbeschädigungen, Streitigkeiten usw. Eine abschließende zahlenmäßige Bilanz liegt hierzu noch nicht vor.

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