Energie, Verbraucher

LichtBlick SE / Staatlich verordneter Etikettenschwindel - Weshalb beim ...

01.11.2016 - 11:06:16

LichtBlick SE / Staatlich verordneter Etikettenschwindel - Weshalb beim .... Staatlich verordneter Etikettenschwindel - Weshalb beim Strom nicht drin ist, was draufsteht (AUDIO)

Hamburg - Anmoderationsvorschlag: Mal ehrlich: Ohne Etiketten wären wir zwischen all den Produkten doch alle irgendwie aufgeschmissen. Lebensmittel, Kühlschränke, Autos - wir würden nicht wissen, was wir da so kaufen. Allerdings halten die Angaben leider nicht immer das, was sie versprechen. Auch bei Stromtarifen kommt es zu einem regelrechten Etikettenschwindel. Und der ist sogar staatlich verordnet. Helke Michael ist dem mal für uns nachgegangen...

Sprecherin: Keiner kauft gerne die Katze im Sack. Auch bei Strom wollen wir wissen, wofür wir eigentlich bezahlen. Und weil das auch unser gutes Recht ist, müssen Stromanbieter jedes Jahr zum 1. November die Zusammensetzung ihres Stroms veröffentlichen. Wie bei Lebensmitteln auch, soll diese Kennzeichnung für Transparenz sorgen. Das Problem:

O-Ton 1 (Ralph Kampwirth, 0:02 Min.): "In der Praxis tut sie das leider allerdings nicht."

Sprecherin: Sagt Ralph Kampwirth vom Ökostromanbieter Lichtblick und er erklärt, warum:

O-Ton 2 (Ralph Kampwirth, 0:18 Min.): "Stellen Sie sich vor, Ihr Versorger liefert Ihnen ausschließlich Strom aus Kohle- und Atomkraft. Jetzt ist es aber so: Auf der Verpackung dieses Stroms, auf der Kennzeichnung dieses Stroms steht nun, dass es sich hierbei fast zur Hälfte um grünen Ökostrom handelt. Plötzlich wird also aus Kohle- und Atomstrom auf dem Etikett Ökostrom. Das ist natürlich ein riesiger Schwindel."

Sprecherin: Verantwortlich für diese Mogelpackung sind allerdings nicht die Stromanbieter, sondern der Gesetzgeber. Der möchte, dass jeder Haushalt sehen kann, wie die gesetzlich festgelegte Ökostromumlage, die ja alle zahlen müssen, zur Energiewende beiträgt. Deshalb hat er vorgeschrieben,...

O-Ton 3 (Ralph Kampwirth, 0:21 Min.): "...dass jeder Energieanbieter, also egal welchen Strom er liefert, einen Pflichtanteil an sogenanntem 'EEG-Ökostrom' in seiner Stromkennzeichnung ausweisen muss. Der Haken daran ist: Dieser Ökostrom wird von den Energieanbietern gar nicht eingekauft und auch nicht an Kunden geliefert. Es ist also so - der Stromanbieter gibt diesen Strom in seiner Kennzeichnung an, obwohl er mit diesem Anteil gar nichts zu tun hat."

Sprecherin: Es werden also zwei Dinge in einen Topf geworfen, die gar nicht zusammengehören. Das eigentliche Ziel, Transparenz zu schaffen, bleibt auf der Strecke. Umweltbewussten bleibt da aktuell nur eins:

O-Ton 4 (Ralph Kampwirth, 0:16 Min.): "Wenn ein Kunde ohne großes Rumrechnen wirklich sichergehen will, dass sein Strom 100 Prozent Ökostrom enthält, dann sollte er am besten zu Tarifen von reinen Ökostromanbietern greifen. Denn die verzichten ganz auf Kohle und Atom, da gibt's dann auch keine Verwirrung bei der Stromkennzeichnung. Dann sind die Verbraucher auf der sicheren Seite."

Abmoderationsvorschlag: Auch beim Strom ist also künftig nicht mehr drin, wonach es auf den ersten Blick aussieht. Wenn Sie alles noch mal in Ruhe nachlesen wollen: schauen Sie einfach mal im Netz unter www.LichtBlick.de/medien.

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Pressekontakt: LichtBlick SE - Ralph Kampwirth Bereichsleiter Unternehmenskommunikation +49 40 / 6360 - 1208 ralph.kampwirth@lichtblick.de

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