Polizei, Kriminalität

170216-3-K Hausnotruf funktionierte einwandfrei - Handschellen dito

16.02.2017 - 17:41:49

Polizei Köln / 170216-3-K Hausnotruf funktionierte einwandfrei - ...

Köln - Seit Jahren wird die Hausinstallation von Notrufsystemen für Senioren seitens karitativer Einrichtungen dringend ans Herz gelegt. Und das zu Recht. Unzählige Male haben solche in den Wohnungen potentiell Hilfebedürftiger angebrachten Notruftasten, wie die Werbung verspricht, "schnellstmöglich bedarfsgerechte Hilfestellung" geleistet.

Diese Zielvorstellung hat sich auch bei einem Einsatz der Polizei Köln am späten Mittwochabend (15. Februar) im Norden der Domstadt bewährt: Bereits wenige Minuten nach dem Absetzen eines Notrufs gegen 22.30 Uhr über das Basisgerät in der betroffenen Wohnung erreichten mehrere Streifenwagen den Ort des Geschehens. Den Werbeslogan des zuständigen Wohlfahrtsverbands - "notwendige Hilfe kann sofort zu jeder Uhrzeit veranlasst werden und ist so schneller verfügbar" - hatte der Alarmierende (33) somit beherzigt. Und auch mit der weiterführenden Feststellung, der zufolge "die Hürde, den Alarm zu drücken und mit qualifiziertem Personal zu sprechen, möglicherweise geringer ist als die eigenen Angehörigen zu informieren", hatte sich der 33-Jährige eventuell auseinandergesetzt.

Trotzdem darf zwingend davon ausgegangen werden, dass der Transkaukasier nicht wirklich Helfer hinzuziehen wollte. Denn bei seiner Person handelte es sich mitnichten um den berechtigten und zu diesem Zeitpunkt nicht anwesenden Wohnungsmieter (88). Vielmehr war der Alarmgeber soeben erst über den Balkon in die Hochparterre-Wohnung eingebrochen.

Wie die späteren Ermittlungen ergaben, hatte der bereits hinlänglich polizeibekannte Einbrecher die heruntergelassenen Rollläden hochgedrückt. Nach brachialem Aufhebeln der Balkontür hatte er dann die Schränke und Behältnisse in den Wohnräumen hemmungslos durchwühlt. Und aufgefundene Wertgegenstände akribisch für seine spätere Flucht bereitgelegt. Warum der ungebetene Gast im Zuge seiner Plünderei die Notruftaste tatsächlich betätigt hat, bleibt sein Geheimnis. Fakt ist: Unmittelbar danach erhielt eine Angehörige (52) des Mieters den entsprechend vereinbarten Anruf der karitativen Einrichtung. Demzufolge hatte der Telefonist "entferntes, offenbar russisches Gebrabbel" am anderen Ende vernommen. Für die solchermaßen Alarmierte Veranlassung genug, geistesgegenwärtig den Polizeinotruf 110 zu bemühen.

In flagranti wurde der nun seinerseits überraschte Langfinger noch in der Wohnung gestellt. Bei der Durchsuchung des bereits Vorbestraften ergaben sich Hinweise auf noch weitere, aktuelle Einbrüche in der Nachbarschaft. Das gegen ihn ermittelnde Kriminalkommissariat 72 beabsichtigt, den 33-Jährigen heute einem Haftrichter vorzuführen.

In enger Kooperation sind somit Freie Wohlfahrtspflege und Polizei Köln dem Hausnotrufs-Motto gerecht geworden: "Möglichen Komplikationen kann durch schnelle Hilfe im Bedarfsfall entgegengewirkt werden." Und sowohl in Gewahrsams- als auch Haftzellen ist das Risiko für einen dort Einsitzenden, irrtümlich die falsche Taste zu berühren, eher begrenzt. cg

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