Bayern
Politiker - Alois Glück ist neuer ZdK-Präsident
20.11.09 | 18:18 UhrCSU-Politiker will «selbstbewusst missionarische» Kirche und setzt auf offene Debatte Mit dem CSU-Politiker Alois Glück als neuem Präsidenten setzt das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) auf einen offenen Dialog in der Kirche. Der 69-Jährige frühere Präsident des bayerischen Landtags erhielt am Freitag bei der Herbstvollversammlung des ZdK in Bonn 169 von 189 abgegebenen Stimmen.
Mit dem CSU-Politiker Alois Glück als neuem Präsidenten setzt das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) auf einen offenen Dialog in der Kirche. Der 69-Jährige frühere Präsident des bayerischen Landtags erhielt am Freitag bei der Herbstvollversammlung des ZdK in Bonn 169 von 189 abgegebenen Stimmen und erreichte damit die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit der Komiteemitglieder. Glück war der einzige Kandidat und ist für vier Jahre gewählt. Sein Vorgänger Hans Joachim Meyer war nach über zwölfjähriger Amtszeit nicht wieder angetreten.
Damit gelang es nun im zweiten Anlauf, einen Nachfolger für Meyer zu finden. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im Mai dem damaligen Kandidaten, dem hessischen Kulturstaatssekretär Heinz Wilhelm Brockmann (CDU), die Zustimmung verweigert.
Glück versprach, sich für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz einzusetzen, um gemeinsam nach Perspektiven für die Zukunft der Kirche in Deutschland zu suchen. Glück rief die Kirche auf, selbstbewusst missionarisch zu sein und offen für fremde Milieus. «Ich sehe in unserer Kirche zu viel Ängstlichkeit gegenüber der modernen Welt, zu viel Abwehr, zu viel Tendenz, in den eigenen Schutzräumen zu bleiben», sagte Glück. Ohne die Mitwirkung der Laien werde die Kirche allerdings wenig wirksam sein können.
Glück plädierte außerdem für eine «kultivierte Debatte» unter den Katholiken in Deutschland. Meinungsverschiedenheiten seien wichtig, damit keine Resignation in die Kirchen einziehe. Er sehe sich aber nicht nur als «Moderator» des Zentralkomitees sondern auch als «teamorientierter Führer». In einer «Zeit der Umbrüche müsse zudem in der Gesellschaft eine neue Sensibilität für Werte geschaffen werden», betonte der Präsident.
Während seiner Präsidentschaft will Glück keine Aufgaben beim katholischen Schwangerenberatungsverein «Donum Vitae» wahrnehmen. Das Engagement des ursprünglichen Präsidentenkandidaten Brockmann für «Donum Vitae» gilt als ein Grund dafür, dass die Bischofskonferenz ihm im Frühjahr die Unterstützung versagt hatte.
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gratulierte dem neuen Präsidenten und bestätigte sie vonseiten der Bischöfe. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) richtete ihre Glückwünsche aus. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gratulierte Glück. Die Vorsitzende des Rates der EKD, Landesbischöfin Margot Käßmann, erklärte mit Blick auf den Ökumenischen Kirchentag, der im Mai 2010 in München stattfindet, sie freue sich «auf ökumenische Meilenstiefel» mit denen man gemeinsam auf dieses «Fest der Christen in Deutschland» zugehe.
Der scheidende Präsident des ZdK, Hans-Joachim Meyer, brachte im Rückblick auf seine Amtszeit seine Freude über die zunehmende ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen in Deutschland zum Ausdruck. Zur Fortführung gehörten auch weiterhin Mut, Hoffnung, Nüchternheit und Klarheit, sagte der 73-Jährige. Die katholische Kirche sei für die Ökumene.
Das ZdK steht für die katholischen Frauen und Männer, die sich in den Laienräten, in Verbänden, Bewegungen, Initiativen und Organisationen aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft und der Kirche in Deutschland beteiligen.
Bonn (ddp)
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CSU-Politiker will «selbstbewusst missionarische» Kirche und setzt auf offene Debatte Mit dem CSU-Politiker Alois Glück als neuem Präsidenten setzt das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) auf einen offenen Dialog in der Kirche. Der 69-Jährige frühere Präsident des bayerischen Landtags erhielt am Freitag bei der Herbstvollversammlung des ZdK in Bonn 169 von 189 abgegebenen Stimmen.
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