Konflikte, Syrien

Zehntausende sind noch immer in Aleppos Rebellengebieten eingeschlossen.

16.12.2016 - 14:22:07

Nervenspiel - Widersprüchliche Angaben über Evakuierung Ost-Aleppos. Bilder zeigen, wie Menschen neben Trümmern auf Busse warten.

Aleppo - Die syrische Armee hat nach russischen Angaben die Rückeroberung Ost-Aleppos beendet. Das teilte heute das Verteidigungsministerium in Moskau mit. An einzelnen Stellen werde aber weiter gegen radikale Kräfte gekämpft, betonte das russische Militär. In diesen Vierteln würden syrische Einheiten vorrücken.

Auch der Abtransport von Kämpfern und ihren Familien aus Ost-Aleppo sei abgeschlossen, teilte Syriens enger Verbündeter Russland mit. Mehr als 4500 Kämpfer und 337 Verwundete seien aus der Stadt gebracht worden, sagte ein Behördensprecher in Moskau. Insgesamt seien bei dem Einsatz mehr als 9500 Zivilisten abtransportiert worden.

Aus Rebellenkreisen in Aleppo hieß es jedoch, die russischen Angaben zur Evakuierung seien falsch. Russland habe die Kontrolle über iranische Kräfte verloren, wolle aber nach außen hin nicht schlecht aussehen. Deswegen habe Moskau die Evakuierung für beendet erklärt.

Der syrische Parlamentsabgeordnete Fares Schehabi sagte, die Evakuierung sei wegen Unstimmigkeiten über die von Kämpfern belagerten Orte Fua und Kafraja ausgesetzt worden. «Die Rebellen lassen die Menschen dort nicht hinaus», teilte er mit. Die beiden Orte im Nordwesten Syriens werden überwiegend von Schiiten bewohnt.

Syriens Regierung und Regimegegner geben sich gegenseitig die Schuld für den Stopp der Evakuierung Ost-Aleppos. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete am Freitag, «bewaffnete terroristische Gruppen» hätten auf Busse und Autos geschossen. Das oppositionelle Lokale Koordinierungskomitee erklärte hingegen, regimetreue Milizen hätten das Feuer eröffnet.

@ dpa.de

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