Unwetter, Verkehr

Weil sich Unwetter häufen, müssen Bahnstrecken besser vor umstürzenden Bäume geschützt werden, fordert der Fahrgastverband Pro Bahn.

06.10.2017 - 17:04:06

Nach Sturm «Xavier» - Fahrgastverband: Bahn muss Bäume an Gleisen besser kappen. Es seien bereits problematische Abschnitte bestimmt worden, auf denen die Bäume weiter zurückgeschnitten werden, sagt die DB.

Hildesheim - Nach dem Zusammenbruch des Bahnverkehrs wegen des Sturms «Xavier» in Teilen Deutschlands hat der Fahrgastverband Pro Bahn gefordert, Bäume und Sträucher entlang der Hauptverkehrsstrecken besser zu beschneiden.

Bis zur Abschaffung der Dampfloks vor 40 Jahren habe es zehn Meter breite Brandschutzstreifen entlang der Gleise gegeben, die später schlichtweg zugewachsen seien, erklärte Niedersachsens Pro-Bahn-Chef Björn Gryschka am Freitag in Hildesheim. Früher seien die den Gleisen am nächsten stehenden Bäume kurz gehalten worden, damit sie nicht auf die Schienen fallen und dahinter stehende Bäume bei einem Unwetter auffangen können.

Notfalls sei auch der Gesetzgeber gefordert, um zwischen dem Naturschutz und der Verlässlichkeit der Bahn eine Neugewichtung vorzunehmen. Wenn die Zuverlässigkeit des Fernverkehrs der Bahn durch das Wetter derart leide, führe dies zu einem erheblichen Imageschaden, sagte Gryschka. Die Leute stiegen wieder verstärkt auf das Auto um, wenn sie sich auf die Bahn nicht verlassen könnten. «Wenn wir solche Systemschwächen sehen, muss unverzüglich gehandelt werden.»

Mehr Anstrengungen zum Freihalten der Strecken von umstürzenden Bäumen forderte auch das in Norddeutschland fahrende Regionalbahnunternehmen Metronom. «Aktuell kann die Deutsche Bahn den notwendigen Grünschnitt teilweise aber gar nicht vornehmen, weil Umweltauflagen das Fällen von Bäumen verbieten», sagte Metronomsprecher Björn Pamperin.

Die Deutsche Bahn betonte, dass sie auf die klimatischen Veränderungen mit extremen Wetterlagen und gesperrten Strecken mit einem erweiterten Grünschnitt reagiere. Es seien bereits problematische Streckenabschnitte bestimmt worden, auf denen die Bäume über den üblichen sechs Meter breiten Streifen hinaus zurückgeschnitten werden, und zwar unter Beachtung des Umwelt- und Naturschutzes. Fast 400 Kilometer Strecke sollen bis Ende 2017 nach dem neuen Verfahren bearbeitet sein.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Asche färbt Himmel orange - Sturm «Ophelia» erreicht Schottland. Es herrschte Chaos, Hunderttausende wurden von der Stromversorgung abgeschnitten. Es könnte Tage dauern, bis die Schäden beseitigt sind. In Irland kostete «Ophelia» drei Menschen das Leben. (Politik, 17.10.2017 - 14:32) weiterlesen...

Steife Brise. Mit «Ophelia» traf Irland der wohl heftigste Sturm seit 50 Jahren. Steife Brise: Im nordirischen Ardglass bricht sich eine große Welle an einer Ufermauer. (Media, 17.10.2017 - 09:16) weiterlesen...

Hochwasser erwartet - Sturm «Ophelia» zieht weiter nach Schottland. Es herrschte Chaos, Tausende hatten keinen Strom. Am Dienstag soll sich dort die Lage normalisieren. Der Sturm zieht in Richtung Schottland. In Irland kostete «Ophelia» mindestens drei Menschen das Leben. (Politik, 17.10.2017 - 08:08) weiterlesen...

Sturm «Ophelia» zieht weiter nach Schottland. Der irische Wetterdienst hob in der Nacht die rote Sturmwarnung auf. Die Schulen bleiben noch einen Tag geschlossen, die Universitäten sollen aber wieder öffnen. Busse und Züge sollen wieder fahren. Auch der Flughafen Dublin werde wieder öffnen, berichtete der Sender RTÉ in der Nacht. Der frühere Hurrikan «Ophelia» hatte das öffentliche Leben im Land gestern Montag weitgehend lahmgelegt. Drei Menschen kamen ums Leben. Edinburgh - Nach dem wohl heftigsten Sturm in Irland seit 50 Jahren, kehrt das Land langsam in die Normalität zurück. (Politik, 17.10.2017 - 04:24) weiterlesen...

Am Atlantik Am Atlantik: «Ophelia» weckt Erinnerungen an den «Great Storm», der 1987 über Großbritannien fegte. (Media, 16.10.2017 - 19:58) weiterlesen...

Ex-Hurrikan «Ophelia»: Zahl der Toten steigt auf drei. Wie die Polizei mitteilte wurde am Nachmittag ein Mann im Osten des Landes von einem Baum erschlagen, der auf sein Auto stürzte. Zuvor war eine Autofahrerin im Süden des Landes ebenfalls von einem umstürzenden Baum getötet worden. Ein Mann kam im Süden Irlands bei einem Unfall mit einer Motorsäge um. Er hatte versucht, einen umgestürzten Baum zu beseitigen, wie die Polizei mitteilte. Der Sturm zog im Lauf des Tages über die Insel hinweg in Richtung Großbritannien. Dublin/Belfast - Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Ex-Hurrikan «Ophelia» in Irland ist auf drei gestiegen. (Politik, 16.10.2017 - 18:32) weiterlesen...