Unwetter, International

Während die einen mit Wind und Regen zu kämpfen haben, ächzen die anderen unter der Hitze.

11.08.2017 - 14:54:05

Wetter der Extreme - Heftige Unwetter in Europa - Ministerin unter Verletzten. Das Wetter in Europa bietet derzeit Extreme: In Italien stehen Campingplätze unter Wasser, in Portugal brennen Wälder.

  • Unwetter in Norditalien - Foto: Michael Krämer

    Eine Frau geht auf dem Campingplatz Sant Angelo Village in Cavallino bei Venedig an umgestürzten Bäumen vorbei. Foto: Michael Krämer

  • Brandschutzmaßnahme - Foto: Giuseppe Lami

    Brandschutzmaßnahme: Eine Spezialeinheit der italienischen Armee patrouilliert in der Nähe von Rom durch den Wald von Castel Fusano. Foto: Giuseppe Lami

  • Umgeknickte Bäume - Foto: Schlüsslmayr/BFK LIEZEN/dpa

    Bei einem Unwetter sind in Kleinsölk (Steiermark) zahlreiche Bäume umgeknickt. Foto: Schlüsslmayr/BFK LIEZEN/dpa

  • Österreichisches Bundesheer hilft nach Unwetter - Foto: Wolfgang Grebien, BMLVS/APA/dpa

    Ein Pionierzug des Militärkommandos Steiermark beseitigen bei Aigen im Ennstal Unwetterschäden. Foto: Wolfgang Grebien, BMLVS/APA/dpa

  • Erneute Unwetter in Österreich - Foto: FF BADEN STADT/dpa

    Feuerwehrmänner sind nach einem Unwetter in Baden bei Wien im Einsatz. Foto: FF BADEN STADT/dpa

  • Diana Golze - Foto: Patrick Pleul

    Die brandenburgische Sozialministerin Diana Golze ist im Urlaub schwer verletzt worden. Foto: Patrick Pleul

Unwetter in Norditalien - Foto: Michael KrämerBrandschutzmaßnahme - Foto: Giuseppe LamiUmgeknickte Bäume - Foto: Schlüsslmayr/BFK LIEZEN/dpaÖsterreichisches Bundesheer hilft nach Unwetter - Foto: Wolfgang Grebien, BMLVS/APA/dpaErneute Unwetter in Österreich - Foto: FF BADEN STADT/dpaDiana Golze - Foto: Patrick Pleul

Berlin - Heftige Unwetter haben im Norden Italiens Campingplätze unter Wasser gesetzt, das Stromnetz lahmgelegt und Bäume entwurzelt. Bei starkem Wind und heftigem Regen wurden mehrere Menschen verletzt.

Darunter ist auch die brandenburgische Sozialministerin Diana Golze. Die Linken-Politikerin wurde während eines Urlaubs am Donnerstagnachmittag auf einem Campingplatz in Norditalien von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt.

Auch in anderen Ländern der Region wüteten Unwetter. In Deutschland erwarten die Meteorologen nach anhaltendem Regen einen sonnigen Start in die kommende Woche. Am Wochenende sei nur vereinzelt mit Schauern zu rechnen. Im südlichen Niedersachsen könnten allerdings wieder Flüsse über die Ufer treten. Im Süden Europas hingegen macht den Menschen weiter die Hitze zu schaffen.

Ein Überblick:

- Italien: Am Donnerstag waren heftige Unwetter mit starkem Wind, Regen, Hagel und Gewitter über Norditalien hinweggezogen. Campingplätze an der Adriaküste nahe Venedig wurden unter Wasser gesetzt, zahlreiche Bäume stürzten um. «Ich habe das Gewitter über dem Meer heranziehen sehen und bin zum Campingplatz gelaufen. Die Bäume um mich herum stürzten um, und einer traf eine 42-jährige Touristin», sagte ein Feuerwehrmann, der in dem Ort Jesolo Ferien machte, der Zeitung «Corriere della Sera» (Freitag). Ob es sich dabei um die Ministerin handelte, war zunächst unklar.

- Österreich: In der Nacht zu Freitag regnete es wieder heftig. Der Wind zog nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde durch das Land. Die Feuerwehren waren wegen Schlammlawinen, umgestürzter Bäume und überfluteter Straßen im Dauereinsatz. In mehreren Bundesländern kam es zu Unterbrechungen von Bahnverbindungen. Österreich hat seit knapp einer Woche mit Unwettern zu kämpfen.

- Ungarn: Heftige Stürme fegten in der Nacht über das Land hinweg. Mehr als 100 000 Haushalte blieben ohne Strom, die Zugverbindungen ins benachbarte Österreich wurden unterbrochen. In der Ortschaft Kenez (Bezirk Vas) begrub am Donnerstagabend ein Hausdach ein Auto unter sich. Der im Fahrzeug sitzende Fahrer wurde getötet. 

- Tschechien: Die tschechischen Feuerwehren rückten nach eigenen Angaben bis Freitagvormittag mehr als 700 Mal aus, um umgestürzte Bäume zu beseitigen, beschädigte Dächer abzusichern und Keller auszupumpen. Rund 110 000 Haushalte waren in der Region Südmähren vorübergehend ohne Strom, weil Hochspannungsleitungen beschädigt wurden. Wegen Schäden an der Stromversorgung kam es im Bahnverkehr im Ostteil Tschechiens teilweise zu mehrstündigen Verspätungen.

- Slowakei: Abgerissene Dächer und umgestürzte Bäume sind die Bilanz einer stürmischen Nacht. In der westslowakischen Stadt Malacky mussten Dutzende Familien ihre Wohnungen verlassen, weil die losgerissene Dachkonstruktion einer Wohnhausanlage die Statik des ganzen Gebäudes bedrohte. Zugverbindungen und Straßen wurden im Westen des Landes blockiert.

- Portugal: Den Portugiesen macht die Hitze weiter zu schaffen. Brennende Wälder halten die Feuerwehr in Atem. Mehr als 2100 Feuerwehrleute waren am Freitag im ganzen Land im Einsatz, um mehr als 170 Brandherde zu bekämpfen, wie der Zivilschutz in Lissabon mitteilte. Dabei wurden 680 Fahrzeuge und 15 Flugzeuge eingesetzt.

- Griechenland: Auch in Griechenland ist Hitze ein Thema. Allerdings soll sich das Wetter am Wochenende ändern. Dann drohen in manchen Regionen Stürme und Gewitter, es sei sogar mit Hagel zu rechnen, heißt es beim staatlichen griechischen Wetterdienst. In weiten Teilen des Landes verharrt das Thermometer jedoch zuverlässig bei Temperaturen von mehr als 35 Grad. Auch windig wird es vielerorts sein - die heißen Böen sind allerdings der Alptraum der griechischen Feuerwehr, die landesweit gegen immer wieder neue Buschfeuer und Waldbrände ankämpfen muss.

- Serbien: In Serbien hielten die Meteorologen auch am Freitag die höchste, rote Wetterwarnstufe aufrecht mit erwarteten Temperaturen bis zu 40 Grad. In der Nacht zum Samstag sollte die jüngste Hitzewelle durch Unwetter beendet werden.

- Bulgarien: Die aktuelle Hitzewelle hat das Land weiterhin fest im Griff. Es herrscht Brandgefahr. Schon am Freitagittag wurden in der Hauptstadt Sofia 32 Grad gemessen. Deutlich kühler soll es erst in der Nacht zum Sonntag werden. Dann aber drohen Regenstürme mit Hagel.

@ dpa.de

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