Kriminalität, Fußball

Vor viereinhalb Monaten detonierten Sprengsätze direkt neben dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund.

29.08.2017 - 11:48:05

Medienbericht - Anklage wegen Anschlag auf BVB-Mannschaftsbus erhoben. Der Täter soll aus Geldgier gehandelt haben. Nun haben die Ermittler Medienberichten zufolge Anklage erhoben.

Dortmund - Die Staatsanwaltschaft hat wegen des Sprengstoff-Anschlags auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund Medienberichten zufolge Anklage gegen den 28-Jährigen Sergej W. erhoben.

Er solle sich wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten, berichteten «Süddeutsche Zeitung» und «Bild». Von der Staatsanwaltschaft war dafür zunächst keine Bestätigung zu erhalten. Nach dpa-Informationen sollen Details aus der Anklage noch am Dienstag veröffentlicht werden.

Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus am 11. April wurden Abwehrspieler Marc Bartra und ein Polizist verletzt. Der Bus wollte gerade am Dortmunder Mannschaftshotel abfahren und die Spieler zum Champions-League-Viertelfinalspiel gegen AS Monaco bringen, als die Sprengsätze detonierten. Bartra erlitt einen Bruch der Speiche im rechten Handgelenk und fiel mehrere Wochen aus. Das Spiel wurde daraufhin um einen Tag verschoben. Einige Spieler des BVB berichteten auch Wochen nach dem Anschlag, dass sie die Erlebnisse noch nicht verarbeitet hätten.

Nach dem Anschlag hatte zunächst die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Am Tatort waren drei Bekennerschreiben aufgetaucht, die den Verdacht auf islamistische Attentäter lenkten. Nach einigen Wochen waren die Ermittler überzeugt, dass nicht Islamisten für den Anschlag verantwortlich waren, sondern der 28-jährige Deutschrusse aus Rottenburg am Neckar bei Tübingen. Er soll aus Habgier gehandelt haben. Deshalb führte die Staatsanwaltschaft Dortmund die Ermittlungen weiter.

Die Ermittler gingen davon aus, dass der Mann die Sprengsätze in einer Hecke versteckt und schließlich gezündet hat. Der Elektrotechniker soll nach früheren Angaben der Behörden an der Börse auf große Kursverluste der BVB-Aktie spekuliert haben. Am 21. April, zehn Tage nach der Tat, nahmen Ermittler ihn in Tübingen fest. Sie hatten ihn zuvor tagelang beobachtet. Er bestreitet nach früheren Angaben seines Anwalts die Tat.

Nun muss das Landgericht Dortmund entscheiden, ob es die Anklage zulässt und einen Prozess eröffnet. Es sei nicht damit zu rechnen, dass das Verfahren noch in diesem Jahr beginnen werde, berichtete die «Süddeutsche Zeitung».

@ dpa.de