Unwetter, Brände

Unwetter mit starkem Wind und Regen haben im Norden Italiens Campingplätze unter Wasser gesetzt und das Stromnetz lahmgelegt.

11.08.2017 - 13:45:19

Umgestürzte Bäume und Blackout - Unwetter wüten in Norditalien und Österreich. An der bei Touristen beliebten Küste bei Venedig wurden mehrere Menschen verletzt. Auch im Süden setzt zum Wochenende «Abkühlung» ein.

Potsdam/Rom - Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Linke) ist im Urlaub von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt worden.

Der Vorfall habe sich am späten Donnerstagnachmittag bei einem Unwetter auf einem Campingplatz in Norditalien ereignet, sagte Ministeriumssprecherin Marina Ringel. Golze sei in einem Krankenhaus sofort operiert worden, und es gehe ihr den Umständen entsprechend gut. «Sie liegt jetzt auf einer normalen Krankenstation», sagte Ringel. Weitere Einzelheiten nannte die Sprecherin nicht.

Die 42-jährige Golze ist seit Herbst 2014 Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg. Zuvor war sie seit 2005 Bundestagsabgeordnete.

Am Donnerstag waren heftige Unwetter mit starkem Wind, Regen, Hagel und Gewitter über Norditalien hinweggezogen. Campingplätze an der Adriaküste nahe Venedig wurden unter Wasser gesetzt, zahlreiche Bäume stürzten um. «Ich habe das Gewitter über dem Meer heranziehen sehen und bin zum Campingplatz gelaufen. Die Bäume um mich herum stürzten um, und einer traf eine 42-jährige Touristin», sagte ein Feuerwehrmann, der in dem Ort Jesolo Ferien machte, der Zeitung «Corriere della Sera». Ob es sich dabei um die Ministerin handelte, war zunächst unklar.

Zusammen mit einem Arzt habe er die Äste durchbrochen, bis die Frau befreit war, berichtete der Feuerwehrmann. Die Verletzte hätten sie auf einem Surfbrett zum Strand transportiert, von wo aus sie mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen wurde.

Um die 50 Menschen hätten sich an die Unfallstellen der umliegenden Krankenhäuser gewandt, nachdem über die Orte Caorle, Jesolo und San Michele al Tagliamento an der Adriaküste eine Windhose gezogen war. Die Menschen waren von umherfliegenden Gegenständen getroffen worden. Die meisten seien leicht verletzt, berichtete Ansa.

In Portogruaro deckte der starke Wind einen Supermarkt ab, in Caorle wurden Unterkünfte und Strandbäder in Mitleidenschaft gezogen, wie «Corriere della Sera» berichtete. Die Schäden werden in der Region Venetien auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Unwetter wüteten am Donnerstag auch in der Region Friaul-Julisch Venetien, die an der Grenze zu Österreich und Slowenien liegt. Das Stromnetz brach zusammen, 70 000 Kunden waren betroffen, wie der Versorger e-distribuzione mitteilte. Rund 500 Techniker waren im Einsatz, am Freitagmorgen war ein Großteil der Haushalte wieder versorgt. 18 000 Kunden mussten allerdings noch ohne Strom ausharren.

Während die Feuerwehren im Norden wegen Unwetterschäden im Einsatz waren, hielten bereits am Freitagvormittag mehr als 100 Wald- und Buschbrände in südlicheren Regionen die Kräfte auf Trab. Die Temperaturen mäßigen sich zum Wochenende hin aber auch dort. Hatte das Gesundheitsministerium in den vergangenen Tagen noch die höchste Hitzewarnstufe für mehr als ein Dutzend Städte verhängt, gilt diese jetzt nur noch für das sizilianische Catania und Bari in der Region Apulien.

Auch Österreich ist erneut von schweren Unwettern mit Sturmböen heimgesucht worden. In der Nacht zu Freitag regnete es wieder heftig. Der Wind zog nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde durch das Land. Die Feuerwehren waren wegen Schlammlawinen, umgestürzter Bäume und überfluteter Straßen im Dauereinsatz. In mehreren Bundesländern kam es zu Unterbrechungen von Bahnverbindungen. Erstmals waren die Wetterkapriolen auch in Wien zu spüren. Österreich hat seit knapp einer Woche mit Unwettern zu kämpfen.

@ dpa.de

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