International, Präsident

Trump zeichnet in Jerusalem und Bethlehem eine Vision von einem größeren Frieden für die Region.

23.05.2017 - 17:32:04

US-Präsident traf auch Abbas - Trump: Lösung im Nahost-Konflikt kann Region befrieden. In Yad Vashem gedenkt der US-Präsident der getöteten Juden des Holocaustes.

  • Israel baut 600 neue Häuser - Foto: Abir Sultan

    Israel baut 600 neue Häuser im neuen Siedlungsgebiet Shilo im Westjordanland. Foto: Abir Sultan

  • Mauer im Westjordanland - Foto: Jim Hollander

    Eine hohe Mauer trennt jüdisches und palestinensisches Gebiet im Westjordanland nördlich von Jerusalem. Foto: Jim Hollander

  • Konflikt im Westjordanland - Foto: Nasser Shiyoukhi

    Während US-Präsident Trump in Jerusalem weilte, erschossen israelische Sicherheitskräfte in Bethlehem einen Palästinenser, der sie angreifen wollte. Foto: Nasser Shiyoukhi

  • Trump und Abbas - Foto: Evan Vucci

    US-Präsident Donald Trump traf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bereits Anfang Mai im Weißen Haus. Foto: Evan Vucci

  • US-Präsident Trump - Foto: Atef Safadi

    US-Präsident Donald Trump glaubt an eine regionale Friedenslösung für Nahost. Foto: Atef Safadi

  • Trump in Bethlehem - Foto: Evan Vucci

    US-Präsident Donald Trump bei seinem Treffen mit Palästinenserpräsident Abbas. Foto: Evan Vucci

  • Trump und Abbas - Foto: Evan Vucci

    US-Präsident Donald Trump zusmamen mit Palästinenserpräsident Abbas in Bethlehem. Foto: Evan Vucci

  • Grenzmauer in Bethlehem - Foto: Evan Vucci

    Die Wagenkolonne von US-Präsident Donald Trump in Bethlehem an der israelischen Grenzmauer. Foto: Evan Vucci

Israel baut 600 neue Häuser - Foto: Abir SultanMauer im Westjordanland - Foto: Jim HollanderKonflikt im Westjordanland - Foto: Nasser ShiyoukhiTrump und Abbas - Foto: Evan VucciUS-Präsident Trump - Foto: Atef SafadiTrump in Bethlehem - Foto: Evan VucciTrump und Abbas - Foto: Evan VucciGrenzmauer in Bethlehem - Foto: Evan Vucci

Jerusalem/Bethlehem - US-Präsident Donald Trump hat zu einer Lösung des Konflikts zwischen Israel und Palästinensern als Wegbereiter für Frieden in der Region aufgerufen.

«Meine Regierung wird sich für Frieden zwischen Israel und den Palästinensern einsetzen», sagte Trump am Dienstag in einer Rede im Israel-Museum in Jerusalem. «Wir wissen, dass Frieden möglich ist, trotz des Schmerzes und der Uneinigkeit in der Vergangenheit.»

Trump befindet sich aktuell auf seiner ersten Auslandsreise und schließt am Dienstag seinen Besuch in Israel und den Palästinensergebieten ab. Am Nachmittag wollte er weiter nach Italien reisen. Vor Israel hatte er die saudi-arabische Hauptstadt Riad besucht.

Der US-Präsident bekräftigte zum Abschluss seiner Reise in Nahost einen ewigen Anspruch der Juden auf das Heilige Land. «Der Bund der Juden mit diesem Heiligen Land ist alt und ewig, er datiert tausende von Jahren zurück bis zur Regentschaft König Davids», sagte Trump. «Meine Regierung wird immer an der Seite Israels stehen», sagte Trump. Von Israel gehe eine Botschaft der Hoffnung aus.

Zuvor hatte er bei einem Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sechs Millionen Juden gedacht, die von den Nazis ermordet wurden. Der Holocaust sei «die dunkelste Stunde der Geschichte» und das «grausamste Verbrechen gegen Gott und seine Kinder», sagte er. «Solange wir im Angesicht des Bösen nicht schweigen, (...) und der Barbarei nicht untätig zuschauen, wissen wir, dass Güte, Wahrheit und Frieden die Oberhand behalten werden.»

In Israel war kritisiert worden, dass ursprünglich für Trumps Besuch in Yad Vashem nur 15 Minuten eingeplant waren. Letztlich dauerte die Visite etwa eine halbe Stunde. Trump war außerdem im Januar kritisiert worden, weil er am internationalen Holocaust-Gedenktag in einer Stellungnahme die Juden unerwähnt ließ.

In Jerusalem und Tel Aviv fanden parallel zwei Anti-Trump-Demonstrationen statt. Laut einem Bericht der israelischen Zeitung «Haaretz» vom Dienstag demonstrierten jeweils rund 300 Personen für eine offene und liberale Gesellschaft.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte am Morgen in Bethlehem erneut einen unabhängigen Staat Palästina neben Israel - in den Grenzen vor 1967 und mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. «Unser grundsätzliches Problem sind die Besatzung und die Siedlungen sowie die Weigerung Israels, den Staat Palästina anzuerkennen, so wie wir Israel anerkennen», sagte Abbas nach einem Treffen mit Trump. «Das Problem besteht nicht zwischen uns und dem Judentum.»

Seit mehr als einem Monat befinden sich rund 1000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen im Hungerstreik. Sie fordern bessere Haftbedingungen. Abbas übergab einen Brief der Familien der Häftlinge an Trump. Ein Komitee zur Unterstützung der Häftlinge hatte für diesen Dienstag zu einem «Tag des Zorns» mit gewaltsamen Protesten aufgerufen.

Der Besuch Trumps in Bethlehem stieß in Israel auf Missfallen. Trump war in seinem Bemühen um einen neuen Anlauf für Frieden in Nahost allerdings daran gelegen, während seines kurzen Besuchs mit beiden Seiten zu reden.

Trump wird begleitet von einer großen Delegation sowie seiner Tochter Ivanka und deren Mann Jared Kushner. Der US-Präsident hat allerdings auch seine Skandale aus der Heimat auf der Reise mit vielen komplizierten Stationen als schweren Ballast im Gepäck.

Am Abend wurde Trump in Rom erwartet. Er betritt dort erstmals europäischen Boden. Der US-Präsident kommt am Mittwochmorgen im Vatikan erstmals mit Papst Franziskus zusammen. Anschließend trifft er den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella und Regierungschef Paolo Gentiloni zu Gesprächen.

Das Treffen mit dem Papst wird mit Spannung erwartet, da sich die Linien des katholischen Kirchenoberhauptes und des Republikaners insbesondere mit Blick auf die Themen Migration und Umweltschutz grundsätzlich unterscheiden. Im Vatikan sind auch First Lady Melania und Tochter Ivanka mit dabei.

Der Besuch von Trump wird teilweise von verschärften Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Teile der römischen Innenstadt sollen zeitweise abgeriegelt werden. Die Gegend um die US-Botschaft und die Residenz Villa Taverna wurden bereits am Dienstagmittag komplett abgesperrt. Die Sicherheitsmaßnahmen um den Petersdom herum seien ohnehin maximal, da am Mittwoch kurz nach dem Besuch Trumps die allwöchentliche Generalaudienz stattfinde, teilte die Polizei in Rom mit. Es würden daher keine zusätzlichen Vorkehrungen getroffen.

@ dpa.de

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