Unwetter, Verkehr

Tief «Xavier» tötet mindestens vier Menschen.

05.10.2017 - 19:40:06

Bahn im Norden lahmgelegt - Vier Tote bei schwerem Sturm über Deutschland. Bei Unfällen gibt es viele Verletzte. ICE-Züge, S-Bahnen, U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen kommen zum Stillstand. Flüge fallen aus. In Großstädten haben Menschen Probleme, von der Arbeit nach Hause zu kommen.

  • Regen und Wind an der Ostsee - Foto: Bernd Wüstneck

    Spaziergänger vor der Kulisse der aufgepeitschten Ostsee in Rerik in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Bernd Wüstneck

  • Sturmtief Xavier - Foto: Julian Stratenschulte

    Sturmböen in Hameln (Niedersachsen): Der gesamte Norden ist von Sturmtief Xavier betroffen. Foto: Julian Stratenschulte

  • Regenwetter in Hamburg - Foto: Bei trübem Regenwetter macht ein Matrose im Hafen in Hamburg die Leinen los. Foto: Ulrich Perrey

    Bei trübem Regenwetter macht ein Matrose im Hafen in Hamburg die Leinen los. Foto: Ulrich Perrey

  • Anflug im Sturm - Foto: Julian Stratenschulte

    Anflug im Sturm: Eine Lufthansa-Maschine landet in Schräglage auf dem Flughafen Hannover. Foto: Julian Stratenschulte

  • Lahmgelegt - Foto: Silas Stein

    Lahmgelegt: Eine Anzeigetafel zeigt im Hauptbahnhof von Hannover Verspätungen an. Foto: Silas Stein

  • Unfall bei Hannover - Foto: Unfall auf dem Messeschnellweg bei Hannover: Ein Baum war auf die Fahrbahn gekippt. Foto: Silas Stein

    Unfall auf dem Messeschnellweg bei Hannover: Ein Baum war auf die Fahrbahn gekippt. Foto: Silas Stein

  • Weltuntergangsstimmung - Foto: Weltuntergangsstimmung: Regen prasselt auf die Windschutzscheibe eines Autos in der Nähe von Paderborn. Foto: Friso Gentsch

    Weltuntergangsstimmung: Regen prasselt auf die Windschutzscheibe eines Autos in der Nähe von Paderborn. Foto: Friso Gentsch

  • Warten - Foto: Maurizio Gambarini

    Warteschlange im Berliner Hauptbahnhof: Wegen des Sturms musste die Bahn viele Verbindungen streichen. Foto: Maurizio Gambarini

  • Sturmtief Xavier - Foto: Ralf Hirschberger

    Mit voller Wucht: In Kleinmachnow (Brandenburg) wehte das Sturmtief ein etwa 250 Kilo schweres Motorrad um. Foto: Ralf Hirschberger

  • Sturmtief Xavier - Foto: Florian Büh

    In diesem Auto wurde eine Hamburger Autofahrerin von einem Baum erschlagen. Foto: Florian Büh

Regen und Wind an der Ostsee - Foto: Bernd WüstneckSturmtief Xavier - Foto: Julian StratenschulteRegenwetter in Hamburg - Foto: Bei trübem Regenwetter macht ein Matrose im Hafen in Hamburg die Leinen los. Foto: Ulrich PerreyAnflug im Sturm - Foto: Julian StratenschulteLahmgelegt - Foto: Silas SteinUnfall bei Hannover - Foto: Unfall auf dem Messeschnellweg bei Hannover: Ein Baum war auf die Fahrbahn gekippt. Foto: Silas SteinWeltuntergangsstimmung - Foto: Weltuntergangsstimmung: Regen prasselt auf die Windschutzscheibe eines Autos in der Nähe von Paderborn. Foto: Friso GentschWarten - Foto: Maurizio GambariniSturmtief Xavier - Foto: Ralf HirschbergerSturmtief Xavier - Foto: Florian Büh

Berlin - Sturmtief «Xavier» hat mindestens vier Menschen getötet und in den beiden größten Städten Deutschlands den Nahverkehr mit voller Wucht getroffen.

Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus. Die Hamburger Feuerwehr forderte die Bevölkerung zeitweise auf, wegen des Sturms nicht vor die Tür zu gehen. Viele Tausend Menschen hatten Probleme, von der Arbeit oder Schule nach Hause zu kommen, weil Busse und Bahnen nicht fuhren.

Allein in Hamburg habe die Feuerwehr in zwei Stunden mehr als 700 sturmbedingte Einsätze gehabt, sagte ein Sprecher. Das sei normalerweise die Zahl eines ganzen 24-Stunden-Tages. Bis zum späten Nachmittag waren es dann bereits über 900 Einsätze.

In Hamburg wurde eine 54-jährige Frau getötet, als ein Baum auf ein Auto fiel. Das Opfer hatte als Beifahrerin im Wagen gesessen. In der Nähe von Schwerin wurde ein Lastwagenfahrer von einem umstürzenden Baum erschlagen. Nahe Gransee nördlich von Berlin fiel ein Ast in eine Windschutzscheibe und tötete einen Menschen. Zudem wurde in derselben Region eine Frau in einem Auto von einem Baum erschlagen.

Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns sowie die wichtigen Fernverkehrsstrecken Berlin-Hamburg sowie Berlin-Hannover ein. Bei mehreren Flughäfen war der Betrieb beeinträchtigt.

Der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt war lahmgelegt. Der S-Bahn- und Busverkehr wurde eingestellt. Auch Straßenbahnen und U-Bahn-Strecken, die oberirdisch verlaufen, wurden nicht mehr befahren. Das teilten die Berliner S-Bahn und die Berliner Verkehrsbetriebe mit. «Ein Schienenersatzverkehr kann wegen des Unwetters nicht eingerichtet werden.»

Auch der S-Bahnverkehr in Hamburg wurde zeitweise eingestellt. U-Bahnen hatten auf oberirdischen Strecken 40 km/h Tempolimit. «Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich», twitterte die Feuerwehr des Stadtstaates. Ein Sprecher sagte, die Feuerwehr der Hansestadt sei wegen mehrerer eingeklemmter Personen und umgestürzter Bäume zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Es liefen Dutzende Notrufe ein.

Viele Reisende stiegen angesichts der Streckensperrungen im Fernverkehr auf Reisebusse um. Wie ein Flixbus-Sprecher sagte, stieg die Zahl der Buchungen von und nach Hamburg im Vergleich zur Vorwoche um rund 45 Prozent. Die Strecke Hamburg-Bremen sei beispielsweise auf allen Verbindungen ausgebucht gewesen.

Auch in Hannover und anderen Städten Niedersachsens rückten die Einsatzkräfte wegen verunglückter Autofahrer, umgestürzter Bäume und abgerissener Dachverkleidungen aus. In Sachsen-Anhalt stürzten Bäume in Stromleitungen. Im Norden des Bundeslandes waren Tausende Haushalte ohne Strom. Besonders betroffen war die Altmark, wie eine Sprecherin des Netzbetreibers Avacon sagte. Auch im Harz, in der Börde und im Jerichower Land seien vereinzelt Störungen gemeldet worden. Umstürzende Bäume hätten Leitungen beschädigt oder ganze Masten umgerissen. Wie lange die Ausfälle dauern, konnte die Sprecherin nicht abschätzen.

Flugreisende mussten ebenfalls Einschränkungen hinnehmen. Wegen des heftigen Sturms im Norden mussten etliche Verbindungen ausfallen. Der Flughafen Bremen meldete drei gestrichene Flüge von und nach Amsterdam sowie eine abgesagte Maschine aus Istanbul. Auch in Hannover fielen Verbindungen mit der niederländischen Hauptstadt sowie nach Istanbul aus. In Hamburg fuhr die S-Bahn nicht mehr zum Airport. Auch wurde mit Verspätungen bei den Flügen gerechnet.

Die Berliner Flughäfen stellten vorübergehend die Abfertigung ein. Passagiere in gelandeten Maschinen mussten aus Sicherheitsgründen in den Flugzeugen bleiben, sagte ein Flughafensprecher. Zum Abflug vorgesehene Maschinen wurden sowohl in Tegel als auch in Schönefeld zeitweise nicht mehr beladen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Taifun überzieht Japan mit heftigem Regen. «Lan» verlor zwar inzwischen etwas an Kraft, droht aber kommende Nacht auf die Pazifikküste der Hauptinsel Honshu zu treffen, wo auch die Hauptstadt Tokio liegt. Die nationale Wetteragentur warnte die Bevölkerung vor Erdrutschen, angeschwollenen Flüssen und hohem Wellengang. Wegen des Taifuns verzögert sich teilweise die Auszählung der Stimmzettel für die Parlamentswahl. Außerdem wurden mehr als 250 Flüge gestrichen. Tokio - Ein außergewöhnlich großer und starker Taifun hat Japan mit Sturmböen und peitschendem Regen überzogen. (Politik, 22.10.2017 - 13:48) weiterlesen...

Das Beste an Menschlichkeit - Benefizkonzert mit fünf Ex-Präsidenten für Hurrikan-Opfer. Bush (71) und Barack Obama (56) nahmen gemeinsam an einem Benefizkonzert in College Station teil. Bereits im Vorfeld des Konzerts waren 31 Millionen Dollar an Spenden gesammelt worden. Jimmy Carter (93), George Bush Sen.(93), Bill Clinton (71), George W. (Wetter, 22.10.2017 - 13:08) weiterlesen...

Hand aufs Herz Hand aufs Herz: Die ehemaligen US-Präsidenten Carter (l-r), Bush Sen., Bush, Clinton und Obama bei einem Benefizkonzert für Hurrikan-Opfer in Austin. (Media, 22.10.2017 - 11:44) weiterlesen...

Starker Taifun überzieht Japan mit heftigem Regen. «Lan» droht in der Nacht zu Montag von Süden auf die Pazifikküste der Hauptinsel Honshu zu treffen, wo auch die Hauptstadt Tokio liegt. Die nationale Wetteragentur warnt die Bevölkerung vor Erdrutschen und angeschwollenen Flüssen. Wegen des Taifuns konnten die Stimmzettel für die Parlamentswahl von einzelnen Inseln laut Medien nicht zu den Wahlbüros transportiert werden, da Fähren nicht verkehren konnten. Dadurch werde sich wahrscheinlich die Auszählung verzögern. Tokio - Ein außergewöhnlich großer und starker Taifun hat Japan mit Sturmböen und peitschendem Regen überzogen. (Politik, 22.10.2017 - 10:14) weiterlesen...

Benefizkonzert mit fünf Ex-Präsidenten für Hurrikan-Opfer. Jimmy Carter, George Bush Sen. Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama nahmen gemeinsam an einem Benefizkonzert in College Station teil. Der jetzige Präsident Donald Trump war nicht anwesend, aber würdigte in einer Videobotschaft den Einsatz seiner Vorgänger, die bereits im Vorfeld des Konzerts 31 Millionen Dollar an Spenden gesammelt hatten. Austin - Fünf frühere amerikanische Präsidenten - Demokraten und Republikaner - sind auf einer Bühne in Texas zusammengekommen, um Geld für die Opfer der jüngsten Hurrikan-Serie in den USA und US-Außengebieten zu sammeln. (Politik, 22.10.2017 - 03:50) weiterlesen...

Wieder schwerer Sturm über Irland und Großbritannien. Hohe Wellen überspülten Küstenabschnitte und Straßen. In Wales und Südengland fielen Züge aus; auch Fährverbindungen wurden eingestellt. Der Sturm «Brian» ist laut Meteorologen aber nicht vergleichbar mit Vorgänger «Ophelia», durch den drei Menschen in Irland ums Leben gekommen waren. «Brian» entstand nach Medienberichten durch eine sogenannte Wetterbombe. Dabei führt ein schneller Luftdruck-Abfall im Zentrum eines Tiefs zu starken Winden. Dublin - Ein schwerer Sturm hat Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen in Teilen Irlands und Großbritanniens verursacht. (Politik, 21.10.2017 - 22:24) weiterlesen...