Geschichte, Holocaust

Tel Aviv - Israel hat der Ermordung von sechs Millionen Juden gedacht.

24.04.2017 - 12:10:06

Holocaust-Gedenktag - Israel gedenkt der Ermordung von sechs Millionen Juden. Zwei Minuten heulten am Morgen die Sirenen im ganzen Land. Der Verkehr kam zum Stehen, Menschen legten ihre Arbeit nieder und verharrten in stillem Gedenken.

Anschließend begann eine Zeremonie in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Bei der zentralen Gedenkfeier in Yad Vashem am Sonntagabend kritisierte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die internationale Gemeinschaft. «Es gibt viele Fälle, in denen die Welt untätig daneben steht und Völkermord nicht verhindert und Massenmord nicht verhindert», sagte Netanjahu. «In Kambodscha, in Ruanda, im Sudan und auch in Syrien.» Er lobte den US-Beschuss eines syrischen Militärstützpunktes nach einem mutmaßlichen Giftgasangriff Anfang April.

Am Nachmittag legt Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) einen Kranz in Yad Vashem nieder. Der Minister bereist am Montag und Dienstag Israel und die Palästinensergebiete.

Altbundespräsident Joachim Gauck nimmt am Abend auf Einladung des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin an einer Gedenkzeremonie im Norden Israels teil.

Die Nationalsozialisten hatten während des Zweiten Weltkrieges sechs Millionen Juden ermordet. Seit 1951 erinnert Israel am Holocaust-Gedenktag an die Opfer. Die Vereinten Nationen legten erst 2005 den Internationalen Holocaust-Gedenktag auf den 27. Januar fest. An diesem Tag 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz.

@ dpa.de