Gesellschaft, Berlin

Sicherheit und Geborgenheit im Elternhaus: Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, ist leider keine für viele Kinder in deutschen Großstädten.

27.06.2017 - 11:02:06

Großstadt-Studie - Jedes dritte Kind vermisst Beachtung durch Eltern

Berlin - Fast jedes dritte Kind und jeder fünfte Jugendliche fühlt sich nach einer Studie in drei deutschen Großstädten von seinen Eltern zu wenig beachtet.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität Bielefeld im Auftrag der Bepanthen-Kinderförderung, für die geschulte Studenten rund 1000 Kinder und Teenager im Alter zwischen 6 und 16 Jahren interviewten. Die Untersuchung umfasst aufwendige persönliche Befragungen von Mädchen und Jungen. Repräsentativ für Deutschland ist sie durch die Beschränkung auf die Städte Berlin, Leipzig und Köln aber nicht.

Ein Fünftel der unzufriedenen Kinder vermisst der Untersuchung zufolge Sicherheit und Geborgenheit im Elternhaus. Bei den Jugendlichen fühlt sich sogar fast die Hälfte nicht geborgen. Folgen für sie sind demnach unter anderem eine größere Unsicherheit und weniger Einfühlungsvermögen. «Rund zehn Prozent der Familien sind im sozialen Sinn gar keine», urteilt der Bielefelder Erziehungswissenschaftler Holger Ziegler, wissenschaftlicher Leiter der Studie. «Sie sind wie Zweckgemeinschaften, in denen zwei Generationen zusammenleben. Die materiellen Bedürfnisse werden oft erfüllt, die emotionalen aber eher nicht.»

Die große Mehrheit der befragten Mädchen und Jungen war mit der Beachtung durch ihre Eltern aber sehr zufrieden. Auffällig für Ziegler war dabei, dass dieses Wohlfühlen in der eigenen Familie weder vom Bildungsgrad der Eltern noch von ihrer sozialen Lage abhing. Auch ausländische Wurzeln spielten keine Rolle, berichtet der Wissenschaftler. Kinder von Alleinerziehenden waren mit der Beachtung ihrer Wünsche, Sorgen und Nöte sogar noch zufriedener als Altersgenossen, die mit Mutter und Vater aufwachsen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Drogenbeauftragte: Kinder suchtkranker Eltern besser betreuen. Suchtpolitik dürfe nicht bei den Suchtkranken selbst enden. Sie müssten sich viel mehr als bisher um die Kinder suchtkranker Menschen kümmern. Das sagte sie bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts 2017. Sie hat Kinder von Suchtkranken zum Schwerpunkt des Berichts gemacht. Sie forderte Bund, Länder und Kommunen auf, flächendeckend Netzwerke mit festen Ansprechpartnern zu schaffen. Berlin - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat eine bessere Versorgung und Betreuung der Kinder von Suchtkranken gefordert. (Politik, 18.08.2017 - 10:50) weiterlesen...

Drogenbeauftragte - Mortler: Kinder suchtkranker Eltern besser betreuen Berlin - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat eine bessere Versorgung und Betreuung der Kinder von Suchtkranken gefordert. (Politik, 18.08.2017 - 10:30) weiterlesen...

Schwache Bilanz vorgeworfen - Linken-Politiker Tempel: Drogenbeauftragte enttäuscht Berlin - Die Partei Die Linke hat der Drogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) eine enttäuschende Bilanz in der zu Ende gehenden Legislaturperiode vorgeworfen. (Politik, 18.08.2017 - 08:56) weiterlesen...

Linken-Politiker Tempel kritisiert Drogenbeauftragte. «Seit ihrem Amtsantritt ist die Zahl der Toten durch illegale Drogen um 30 Prozent gestiegen», sagte der stellvertretende Vorsitzende und drogenpolitische Sprecher der Linke-Fraktion, Frank Tempel. Am Vormittag stellt Mortler den Drogen- und Suchtbericht 2017 vor. Berlin - Die Partei Die Linke hat der Drogenbeauftragten Marlene Mortler eine enttäuschende Bilanz in der zu Ende gehenden Legislaturperiode vorgeworfen. (Politik, 18.08.2017 - 04:48) weiterlesen...