Terrorismus, Explosionen

Schock in Großbritannien: Bei einem Konzert von Popstar Ariana Grande in Manchester gibt es eine Explosion mit vielen Toten, darunter auch Kinder.

23.05.2017 - 08:30:07

Kinder unter den Opfern - Viele Tote bei Bombenanschlag auf Popkonzert in Manchester. Am Morgen steht für die Polizei fest: Es war ein Anschlag.

  • Tote bei Konzert in Manchester - Foto: Rui Vieira/AP/

    Polizeifahrzeuge blockieren eine Straße in der Nähe der Manchester Arena. Foto: Rui Vieira/AP/

  • Krankenwagen - Foto: Peter Byrne/PA Wire

    Kurz nach der Explosion rasten Krankenwagen zur Manchester Arena. Hubschrauber kreisten über dem Areal. Foto: Peter Byrne/PA Wire

  • Hilfe - Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMA

    Ein Polizist hilft unweit des Explosionsortes einer verletzten Frau. Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMA

  • Absperrung - Foto: Peter Byrne/PA Wire

    Polizisten haben die Innenstadt der nordenglischen Metropole Manchester abgeriegelt. Foto: Peter Byrne/PA Wire

  • Schwer bewaffnet - Foto: Peter Byrne/PA Wire

    Schwer bewaffnete Polizisten in der Innenstadt von Manchester. Vor allem Kinder und Jugendliche zählten zu den Besuchern des Konzerts. Foto: Peter Byrne/PA Wire

  • Nach dem Anschlag - Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMA

    Polizisten und andere Einsatzkräfte kümmern sich um eine verletzte Frau. Bei dem Anschlag verloren mehr als 20 Menschen ihr Leben. Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMA

  • Road closed - Foto: Rui Vieira

    Eine Absperrung unweit des Anschlagortes. Nach Angaben der Ermittler war ein Selbstmordattentäter für das Blutbsd verantwortlich. Foto: Rui Vieira

  • Spurensuche - Foto: Danny Lawson/PA Wire

    Eine Polizistin in einem weißen Overall passiert die Brücke, die die Manchester Arena mit der Victoria Station verbindet. Foto: Danny Lawson/PA Wire

Tote bei Konzert in Manchester - Foto: Rui Vieira/AP/Krankenwagen - Foto: Peter Byrne/PA WireHilfe - Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMAAbsperrung - Foto: Peter Byrne/PA WireSchwer bewaffnet - Foto: Peter Byrne/PA WireNach dem Anschlag - Foto: Joel Goodman/London News Pictures via ZUMARoad closed - Foto: Rui VieiraSpurensuche - Foto: Danny Lawson/PA Wire

Manchester - Ein Attentäter hat bei einem Popkonzert von Teenie-Star Ariana Grande in Manchester mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen, darunter auch Kinder.

Der Mann habe eine selbstgebaute Bombe gezündet, teilte die Polizei mit. Ob es sich um einen Terrorangriff handelt, ist noch unklar.

Die britische Innenministerin Amber Rudd sprach von einem «barbarischen Angriff». Die Regierung wollte am Dienstagvormittag zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Der Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 8. Juni ist unterbrochen.

Die Explosion hatte sich am späten Montagabend in der Manchester Arena ereignet, einer Konzerthalle, die bis zu 21.000 Besuchern Platz bietet. Zeugen berichteten von einem Knall nach dem letzten Lied Grandes gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr MESZ). Die BBC berichtete unter Berufung auf die Polizei, die Explosion sei im Foyer der Halle gewesen. Der Veranstalter erklärte, es sei in einem öffentlichen Raum außerhalb der eigentlichen Konzerthalle passiert.

Krankenwagen rasten zur Manchester Arena. Hubschrauber kreisten über dem Areal. Notfalldienste und Feuerwehr baten die Bevölkerung über den Kurznachrichtendienst Twitter, sie wegen des Einsatzes nur bei lebensbedrohlichen Angelegenheiten zu kontaktieren. Rund um die Halle zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Auch Sprengstoffspezialisten waren im Einsatz.

Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt. Die Polizei forderte die Menschen via Twitter auf, sich aus der Gegend um die Halle fernzuhalten. Sie rief die Bürger zu Wachsamkeit auf.

In der Konzerthalle spielten sich nach der Explosion laut Augenzeugen dramatische Szenen ab. «Der Knall hallte durch das Foyer der Arena und die Leute fingen an zu laufen», berichtete ein 17-Jähriger, der mit seiner zwei Jahre älteren Schwester das Konzert besucht hatte. «Ich sah, wie die Leute schreiend in eine Richtung rannten und sich plötzlich viele umdrehten und wieder in die andere Richtung liefen», sagte der Jugendliche dem Nachrichtensender Sky News.

Augenzeugen berichteten von Menschen, die blutüberströmt auf dem Boden lagen. Dort hätten auch Metallteile und Splitter gelegen. Auf Bildern waren Konzertbesucher mit Beinverletzungen zu sehen. Menschen flohen in Panik und mit Tränen in den Augen aus der Halle.

Grande war angesichts der Ereignisse «am Boden zerstört». «Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte», schrieb die 23-Jährige auf Twitter. Kollegen wie Justin Timberlake und Christina Aguilera zeigten sich entsetzt. In Manchester boten Anwohner den Betroffenen Unterschlupf an; bei Twitter gab es dafür den Hashtag #roominmanchester.

Sollte es sich um einen Terroranschlag handeln, wäre es für Großbritannien der schwerste seit 2005. Damals zündeten vier Muslime mit britischem Pass in der U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen starben, etwa 700 wurden verletzt.

Die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group meldete, dass sich bislang niemand zu dem Terroranschlag bekannte. Allerdings wurde der Vorfall in sozialen Netzwerken von Anhängern der Terrorgruppe Islamischer Staat gefeiert.

Im März hatte ein Attentäter ein Auto absichtlich in Fußgänger auf einer Brücke im Zentrum Londons gesteuert und anschließend einen Polizisten erstochen. Von den Opfern auf der Brücke erlagen vier ihren Verletzungen.

Die Explosion bei dem Ariana-Grande-Konzert löste weltweit Betroffenheit aus. «Entsetzliche Nachrichten aus #Manchester!», schrieb Außenminister Sigmar Gabriel am Dienstagmorgen auf Twitter. «Unsere Gedanken sind jetzt bei unseren britischen Freundinnen und Freunden. United we stand.»

@ dpa.de