International, USA

Saudi-Arabien, Ägypten, Irak, Jordanien und Syrien: Das Verhältnis der Weltmacht USA zu diesen Ländern ist mindestens zwiespältig.

20.05.2017 - 16:22:06

Hintergrund - Die wichtigsten arabischen Länder und ihr USA-Verhältnis

Riad - Von feindlich gesinnt bis treu ergeben: Das Verhältnis der wichtigsten Arabischen Länder zu den USA.

ÄGYPTEN: Abdel Fattah al-Sisi, der autoritäre Präsident des bevölkerungsreichsten arabischen Landes, brüstete sich nach der US-Wahl damit, dass er der erste Staatschef gewesen sei, der Donald Trump zum Sieg gratuliert habe. Die Wahlkampf-Auftritte Trumps gefielen nicht nur dem ehemaligen General, sondern auch vielen Ägyptern, die sich durch Trump eine Erneuerung der Beziehungen erhoffen. Ein erstes Treffen im Weißen Haus lief für Al-Sisi zufriedenstellend, wurde dem Unterdrücker doch ein «hervorragender Job» attestiert. Aus den USA fließen jährlich knapp 1,5 Milliarden Dollar an Unterstützung nach Ägypten, das unter einer schweren Wirtschaftskrise und Terrorismus leidet.

IRAK: Zu kaum einem anderen Land in der Regierung ist das Verhältnis der USA so zwiespältig. Einerseits unterstützt die US-Armee das irakische Militär massiv im Kampf gegen den IS. Mehrere tausend US-Soldaten sind als Ausbilder und Berater im Einsatz, US-Jets fliegen Angriffe. Argwöhnisch beobachtet Washington aber, dass Bagdad engste Kontakte zum schiitischen Nachbarn Iran pflegt, den Trump immer wieder verdammt hat. Der Irak wiederum war empört, weil das Land von der Einreisesperre der neuen US-Regierung betroffen war.

JORDANIEN: Das Königreich pflegt seit Jahrzehnten enge Beziehungen zu den USA. Auch unter Donald Trump bemüht sich der besonnene König Abdullah II. um ein pragmatisch-gutes Verhältnis zu Washington. Als ressourcenarmer Staat ist Jordanien auf die finanzielle Hilfe der USA angewiesen und erhält von dort rund eine Milliarde US-Dollar. Mehr als 650 000 Syrer haben im Nachbarland Zuflucht gefunden, für das Königreich eine schwere Last. Auch die Geheimdienste Jordaniens und der USA arbeiten eng zusammen. Wie sein Vater Hussein bemüht sich Abdullah zudem um eine Vermittlerrolle im Nahost-Konflikt. Der Monarch hat Trump in diesem Jahr bereits in Washington besucht.

SAUDI-ARABIEN: «Sicherheit für Öl» war jahrzehntelang die Grundformel für das enge amerikanisch-saudische Verhältnis. Als Schutzmacht sicherte sich Washington die Treue des regional einflussreichen Riad und günstige Energie-Lieferungen. Das saudische Herrscherhaus konnte vor allem gegenüber dem Erzrivalen Iran selbstbewusst auftreten. Wie abhängig das Königshaus vom Wohlwollen des Präsidenten war, zeigte sich, als Trump-Vorgänger Barack Obama auf Distanz ging und die Saudis unruhig wurden. Unter dem neuen US-Staatschef hoffen die Monarchen auf einen Neuanfang nach altem Muster.

SYRIEN: Noch zu Trumps Amtsantritt sah es so aus, als könne Damaskus von dem Machtwechsel in Washington profitieren. Die USA schienen sich auf den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) konzentrieren und Syriens Präsident Baschar al-Assad als das kleinere Übel akzeptieren zu wollen. Doch der mutmaßliche Giftgasangriff auf die syrische Stadt Khan Scheichun hat Trumps Haltung radikal geändert. Er ließ danach einen Militärflugplatz der syrischen Regierung bombardieren. Washington beschuldigt Damaskus zudem, Tausende Gefangene hingerichtet und in einem Krematorium verbrannt zu haben. Die Beziehungen sind auf einem neuen Tiefpunkt angelangt.

@ dpa.de

Vergessen Sie Börsenliteratur!

Lesen Sie nur noch dieses Buch: „Der Börsenflüsterer“ von Meir Barak! Der gefeierte Börsenspezialist Barak zeigt Ihnen im kostenlosen ersten Teil seins Buches, wie Sie jetzt an der Börse aus der Routine ausbrechen können. Sie werden weniger arbeiten und trotzdem mehr verdienen. Und so einfach geht es …!

Weitere Meldungen

Europa-Töchter nicht betroffen - Airbag-Hersteller Takata meldet Insolvenz an Es ist eine der größten Insolvenzen der japanischen Wirtschaftsgeschichte: Wegen enormer Kosten für den Rückruf von Millionen Airbags hat der Zulieferer Takata die Reißleine gezogen. (Wirtschaft, 26.06.2017 - 11:54) weiterlesen...

Airbag-Hersteller Takata meldet Insolvenz an. Neben dem Mutterkonzern in Tokio wird die US-Tochter TK Holdings in die Insolvenz geschickt. Grund für diesen Schritt sind immense Kosten und Verbindlichkeiten wegen millionenfacher Rückrufe. In Europa sei indes nicht geplant, Insolvenzverfahren einzuleiten, hieß es. Die Verfahren in den USA und Japan hätten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf Takata in Europa. Tokio - Der japanische Airbag-Hersteller Takata hat wegen der Folgen eines gewaltigen Rückruf-Desasters Insolvenz in Japan und den USA angemeldet. (Politik, 26.06.2017 - 10:24) weiterlesen...

Japanischer Airbag-Hersteller - Folgen eines Rückruf-Desasters: Takata meldet Insolvenz an. Rettung soll aus China und den USA kommen. Dramatischer Sturz eines japanischen Traditionskonzerns: Nach Millionen Rückrufen meldet der Airbag-Hersteller Takata Insolvenz an. (Wirtschaft, 26.06.2017 - 07:14) weiterlesen...

Takata meldet Insolvenz an. Takata reichte den Antrag wie erwartet vor Gericht in Tokio ein. Das Unternehmen und der chinesisch kontrollierte US-Zulieferer Key Safety Systems erzielten eine Grundsatzvereinbarung über den Verkauf von Takata zu einem Preis von umgerechnet 1,4 Milliarden Euro. Neben dem Mutterkonzern in Tokio wird auch die US-Tochter TK Holdings in die Insolvenz geschickt. In Europa ist dagegen nicht geplant, Insolvenzverfahren einzuleiten. Tokio - Der japanische Autozulieferer Takata hat angesichts eines gewaltigen Rückruf-Desasters Insolvenz angemeldet. (Politik, 26.06.2017 - 02:54) weiterlesen...

«Erwartbare Konsequenz» - Fünf ex-VW-Manager werden weltweit gesucht Washington/Berlin - Fünf in den USA angeklagte Ex-VW-Manager müssen laut einem Bericht wegen ihrer möglichen Verstrickung in den Abgas-Skandal bei Reisen ins Ausland künftig mit der Verhaftung rechnen. (Wirtschaft, 23.06.2017 - 12:12) weiterlesen...

Mögliche Neuauflage des A380 - Flugzeugbauer ringen um Kunden auf Luftfahrtmesse in Paris. Die Europäer versuchen derweil, ihren Ladenhüter A380 aufzumotzen. Mit einem verlängerten Mittelstrecken-Jet will Boeing einen Verkaufsschlager des Erzrivalen Airbus angreifen. (Wirtschaft, 19.06.2017 - 14:46) weiterlesen...