Migration, Flüchtlinge

Rom - Im vergangenen Jahr starben mehr als 5000 Menschen auf der Flucht von Afrika nach Europa im Mittelmeer.

13.08.2017 - 17:56:06

Hintergrund - Die Flüchtlingskrise auf dem Mittelmeer. Es waren mehr Tote, als je zuvor in einem Jahr registriert wurden. Die meisten Menschen starben auf der zentralen Mittelmeerroute in Richtung Italien, die als die gefährlichste gilt.

Als Reaktion auf die Flüchtlingstragödien im Mittelmeer rief Italiens Regierung 2013 das Seenotrettungsprogramm «Mare Nostrum» ins Leben. Es bewahrte nach Angaben aus Rom mehr als 100 000 Menschen vor dem Ertrinken. Boote sollten aufgespürt und in einen sicheren Hafen eskortiert werden. Italien ließ sich die Mission monatlich rund 9 Millionen Euro kosten und drang angesichts steigender Flüchtlingszahlen darauf, dass die EU übernahm.

Im November 2014 wurde «Mare Nostrum» von «Triton» abgelöst, das unter dem Dach der EU-Grenzschutzagentur Frontex angesiedelt ist. Die Schiffe sind nicht bis in libysche Gewässer unterwegs, sondern patrouillieren nur vor der Küste Italiens. Sie sollen Grenzen überwachen und gegen Schlepper vorgehen, aber nicht aktiv nach Flüchtlingen suchen. Das monatliche Budget betrug deutlich weniger als das, was Italien in «Mare Nostrum» investierte.

Die Frontex-Operation wurde nach den zwei großen schweren Schiffbrüchen im April 2015 mit Hunderten Toten ausgeweitet, zur gleichen Zeit starteten mehrere Nichtregierungsorganisationen ihre Einsätze im Mittelmeer. Wissenschaftlern der Universität Oxford und der UC Berkeley zufolge hat die Seenotrettung auf dem Mittelmeer damit etwa dieselbe Kapazität wie zu «Mare Nostrum»-Zeiten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Polizei räumt Lagerplätze von Flüchtlingen im Norden von Paris. Nach Angaben des Nachrichtensenders Franceinfo wurden etwa 1500 Menschen von der Straße geholt. In Paris bilden sich immer wieder solche wilden Camps auf Straßen, weil offizielle Unterkünfte voll sind. Bereits Anfang Juli hatten die Behörden rund 2800 Menschen aus Camps vertrieben. Menschen, die schon in einem anderen EU-Mitgliedstaat bekannt seien, würden vorläufig untergebracht, um die Rückkehr dorthin zu planen. Erstmalige Asylbewerber könnten ihr Verfahren in Frankreich fortsetzen. Paris - Die Polizei hat erneut Lagerplätze von Flüchtlingen im Norden von Paris geräumt. (Politik, 18.08.2017 - 11:58) weiterlesen...

EU-Außengrenze - Bulgarien sichert Grenze mit Soldaten gegen Flüchtlinge. Zwar wurden in Österreich im Juli deutlich mehr Flüchtlinge in Güterzügen aufgegriffen. Auch wenn sich die Zahlen insgesamt noch in Grenzen halten, gibt es Alarmpläne. Bulgarien will ähnlich wie Österreich verstärkt Soldaten einsetzen, um gegen illegale Migration vorzugehen. (Politik, 17.08.2017 - 14:00) weiterlesen...

Bulgarien will Grenze verstärkt mit Militär schützen. «Zur Stärkung unseres Grenzschutzes werden wir künftig verstärkt das Militär einsetzen», sagte der bulgarische Verteidigungsminister und Vizeregierungschef Krassimir Karakatschanow der «Welt». Die bulgarisch-türkische Grenze solle in fünf Zonen eingeteilt werden. In jede dieser Zonen werde jeweils eine bewaffnete Truppe in Kompaniestärke geschickt, sagte Karakatschanow. Insgesamt sollen demnach bis zu 600 Soldaten eingesetzt werden. Berlin - Im Kampf gegen illegale Migration will Bulgarien den Schutz seiner Grenzen zur Türkei massiv ausbauen. (Politik, 17.08.2017 - 11:22) weiterlesen...

EU-Außengrenze - Bulgarien will Grenze verstärkt mit Militär schützen. «Zur Stärkung unseres Grenzschutzes werden wir künftig verstärkt das Militär einsetzen», sagte Verteidigungsminister und Vizeregierungschef Krassimir Karakatschanow der «Welt». Berlin - Im Kampf gegen illegale Migration will Bulgarien den Schutz seiner Grenzen zur Türkei massiv ausbauen. (Politik, 17.08.2017 - 08:38) weiterlesen...

Hauptgrund: Widerstand - Zahl der abgebrochenen Abschiebeversuche leicht gestiegen. Manche werden kurzfristig abgebrochen, weil sich Betroffene wehren oder die Flugzeugbesatzung eine Mitnahme verweigert. Die Zahl der gescheiterten Versuche ist etwas gestiegen. Der Anteil an der Gesamtzahl ist aber sehr klein. Nicht immer kommen Abschiebungen zustande. (Politik, 17.08.2017 - 07:56) weiterlesen...

Abgelehnte Asylbewerber nach Tunesien abgeschoben. In dem gecharterten Flugzeug saßen am Nachmittag unter anderem zwölf Tunesier aus Sachsen, von denen elf zuvor in Haft gewesen waren, wie das sächsische Innenministerium mitteilte. Außerdem wurden demnach fünf Tunesier aus Baden-Württemberg, vier aus Nordrhein-Westfalen, zwei aus Hamburg und je einer aus Hessen und Berlin in das nordafrikanische Land geflogen. Schkeuditz - 25 abgelehnte Asylbewerber sind vom Flughafen Leipzig/Halle aus abgeschoben worden. (Politik, 16.08.2017 - 20:48) weiterlesen...