Brände, Portugal

Pedrógão Grande gilt unter Naturliebhabern in Portugal als Geheimtipp.

18.06.2017 - 09:22:09

Von Flammen eingekesselt - Schwerer Waldbrand tötet dutzende Menschen in Portugal. Nun zerstört ein Waldbrand das Paradies - und bringt überraschten Autofahrern den Tod.

Lissabon - Bei dem verheerenden Waldbrand im Zentrum von Portugal ist die Zahl der Toten auf 39 gestiegen. Das teilte der Staatssekretär im Lissabonner Innenministerium, Jorge Gomes, am Sonntag der staatlichen Nachrichtenagentur Lusa mit.

Er sei schockiert vom «Ausmaß der Tragödie» im Kreis Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon, sagte Ministerpräsident António Costa am frühen Sonntagmorgen bei der Bekanntgabe der neuesten Opferbilanz.

Die Lage in der Nacht stellte sich nach Behördenangaben sehr besorgniserregend dar. Es gebe einige Dörfer, die «von den Flammen völlig eingekesselt» seien, sagte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, der Zeitung «Público». Präsident Marcelo Rebelo de Sousa traf nach Mitternacht in Pedrógão Grande ein und sagte nach einer langen Umarmung mit Alves sichtlich mitgenommen: «Das ist eine beispiellose Situation.»

Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren viele der später tot geborgenen Menschen mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden. Drei der Opfer seien nach ersten Erkenntnissen in der Nähe eines Friedhofes an Rauchvergiftungen gestorben. Außerdem würden mindestens zwei Personen vermisst.

Einen ähnlich schlimmen Waldbrand - was die Opferzahl betrifft - hatte es in Portugal zuletzt vor einem halben Jahrhundert gegeben. 1966 starben bei einem siebentägigen Feuer in Sintra in der Nähe von Lissabon 25 Menschen, allesamt Angehörige des Militärs.

Das Feuer in der dünn besiedelten Region von Pedrógão Grande war am Samstagnachmittag gegen 14.00 Uhr Ortszeit (15 Uhr MESZ) aus noch unbekannten Gründen ausgebrochen. Bürgermeister Alves sagte, er sei überzeugt, dass es sich um Brandstiftung handele.

21 Verletzte, darunter sechs Feuerwehrmänner, wurden nach amtlichen Angaben in Krankenhäuser gebracht. In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Feuerwehrfahrzeuge wurden von den Flammen zerstört, mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen.

Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von rund 750 Feuerwehrmännern mit rund 200 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, teilte der Zivilschutz mit. Die Flammen griffen auf die Nachbarkreise Figueiró dos Vinhos, Castanheira de Pera und Gois über. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten, hieß es. Spanien kündigte die Entsendung von zwei Canadair-Löschflugzeugen an. Außerdem rückte noch in der Nacht Verstärkung aus verschiedenen Teilen des Landes an.

Das Feuer in Pedrógão Grande war am Wochenende allerdings nicht das einzige, das die Feuerwehr Portugals am Wochenende auf Trab hielt. Nach Mitteilung des Zivilschutzes gab es unter anderem auch aufgrund einer Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 Grad insgesamt elf Waldbrände, die von mehr als 1500 Einsatzkräften bekämpft wurden.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zieht seit Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Portugal: Situation in Waldbrandgebieten entspannt sich. Sechs der sieben Vermissten wurden lebend gefunden, wie die portugiesische Zivilschutzbehörde mitteilte. Die Situation sei zunehmend unter Kontrolle. Das Land sei aber immer noch so ausgetrocknet, dass in der Nähe von Waldgebieten besondere Vorsicht erforderlich sei. Nach jüngsten offiziellen Angaben starben in Portugal mindestens 37 Menschen. Neben der monatelangen extremen Dürre sind vermutlich Brandstiftungen für viele Flächenbrände verantwortlich. Lissabon - Nach dem Flammeninferno im Nordwesten der iberischen Halbinsel hat sich die Lage spürbar entspannt, auch dank eines Wetterumschwungs mit Regen und kühleren Temperaturen. (Politik, 17.10.2017 - 14:48) weiterlesen...

Portugal ruft nach Waldbränden dreitägige Staatstrauer aus. Der portugiesische Regierungschef António Luís Santos da Costa bekundete den betroffenen Familien seine Anteilnahme, berichtet die Zeitung «Diário de Notícias». Nach jüngsten offiziellen Angaben starben mindestens 36 Menschen. Der staatliche Wetterdienst teilte mit, dass sich die Waldbrandgefahr auf der iberischen Halbinsel infolge einer Regenfront und sinkender Temperaturen verringern wird. In der nordwestspanischen Provinz Galicien verloren vier Menschen bei Waldbränden ihr Leben. Lissabon - In Portugal hat eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer der Waldbrände begonnen. (Politik, 17.10.2017 - 09:28) weiterlesen...

Mindestens 39 Tote bei Bränden in Portugal und Spanien. Besonders betroffen sind Nord- und Mittelportugal, wo die Brände schon zum zweiten Mal in diesem Jahr katastrophale Ausmaße erreichten. Allein dort verloren nach Behördenangaben mindestens 35 Menschen ihr Leben, darunter ein Säugling. 56 Bewohner wurden verletzt, 16 von ihnen schwer. In Nordwestspanien wurden vier Todesopfer gemeldet. Nach Angaben der Zivilschutzbehörde sind weit mehr als 5000 Feuerwehrleute im Einsatz. Lissabon - Extreme Dürre und vermutlich Brandstiftung: Auf der iberischen Halbinsel sind bei Waldbränden mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. (Politik, 16.10.2017 - 18:46) weiterlesen...

Monatelange Trockenheit - Tote durch Brände in Portugal und Spanien. Die Flammen erreichen Fischerdörfer am Atlantik. In Galicien gibt es Hinweise auf Brandstiftung. Trotz der Krise um Katalonien reist Regierungschef Rajoy in die Region. Nach monatelanger Trockenheit wüten Wald- und Buschbrände auf der iberischen Halbinsel. (Politik, 16.10.2017 - 18:40) weiterlesen...

Verheerende Brände in Portugal und Spanien - bisher 36 Tote. Besonders betroffen sind Nord- und Mittelportugal, wo die Brände schon zum zweiten Mal in diesem Jahr katastrophale Ausmaße erreichten. Allein dort verloren nach Behördenangaben mindestens 32 Menschen ihr Leben, darunter ein Säugling. 56 Bewohner wurden verletzt, einige von ihnen schwer. In Nordwestspanien wurden vier Todesopfer gemeldet. Lissabon - Extreme Dürre und vermutlich Brandstiftung: Auf der iberischen Halbinsel sind bei Waldbränden mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. (Politik, 16.10.2017 - 18:00) weiterlesen...

Monatelange Trockenheit - Mehr als 30 Tote bei Waldbränden in Portugal und Spanien. Die Flammen dringen in Fischerdörfer am Atlantik ein. In Galicien gibt es Hinweise auf Brandstiftung. Nach monatelanger Trockenheit wüten Wald- und Buschbrände auf der iberischen Halbinsel. (Politik, 16.10.2017 - 17:49) weiterlesen...