Unfälle, Verkehr

Nur noch ein verkohltes Gerippe des Reisebusses steht an der A9: Schreckliche Szenen müssen sich hier abgespielt haben.

03.07.2017 - 14:54:07

Komplett ausgebrannt - Verheerendes Busunglück: Inferno auf der Autobahn. Die Polizei geht von 18 Todesopfern aus.

Münchberg - Stunden nach dem verheerenden Busunglück ist die Szenerie auf der Autobahn 9 im Norden Bayerns nahezu sachlich-nüchtern. Die Feuerwehrleute halten eine Lagebesprechung ab, die Polizei organisiert die Spurensicherung.

Die ganze Tragik des Ereignisses wird erst deutlich, als ein Leichenwagen nach dem anderen vorfährt und vor einem komplett ausgebrannten Gerippe hält, das einmal ein Reisebus war. 18 Menschen, davon geht die Polizei aus, fanden zwischen Münchberg und Gefrees in Oberfranken auf grausame Art und Weise den Tod. Sie verbrannten.

Es ist kurz nach 7.00 Uhr, als der Notruf bei der Feuerwehr eingeht: Ein Reisebus und ein Lastwagenanhänger stehen auf der Autobahn in Flammen. Der Bus war aus noch ungeklärter Ursache auf den Lkw aufgefahren. 30 Menschen der Reisegruppe aus Sachsen können sich ins Freie retten. Mit teils schweren Verletzungen werden sie später in Krankenhäuser gebracht. Für die anderen Fahrgäste - insgesamt saßen 46 Reisende und zwei Fahrer im Bus - kommt jede Hilfe zu spät. «Als wir eingetroffen sind, kam niemand mehr aus dem Bus», sagt Andreas Hentschel von der Feuerwehr Münchberg.

Einige Stunden nach dem Unglück teilt die Polizei mit: «Die verbleibenden Personen dürften wohl in dem brennenden Reisebus ums Leben gekommen sein.» Dass sich manche etwa auf das Gelände neben der Autobahn geflüchtet haben könnten, schlossen Polizei und Feuerwehr aus. Dort seien Wildschutzzäune angebracht, die hätte niemand so leicht überklettern können. So hat sich auch diese vage Hoffnung an diesem Vormittag zerschlagen.

Nach dpa-Informationen stammten die Fahrgäste aus der Oberlausitz und dem Großraum Dresden. Ihre Fahrt in den Süden endete im Tod oder im Krankenhaus. Zahlreiche Beileidsbekundungen werden nach und nach veröffentlicht. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CSU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) drücken ihr Mitgefühl aus.

Es muss ein Inferno gewesen sein: Vom Bus ist nur noch ein verkohltes Gehäuse zu sehen. Das Wrack bietet einen grausigen Anblick. Selbst die Bäume daneben sind vom Feuer gezeichnet. Hentschel von der Feuerwehr sagt: «Der Bus stand lichterloh in Flammen.» Noch wirken die Feuerwehrleute nach ihrem Einsatz routiniert. Am Unglücksort fahren sie den Spurensicherungs-Experten der Polizei eine Drehleiter aus, damit die bessere Fotos von der Szenerie machen können. «Im Einsatz funktionierst du, die Bilder kommen erst hinterher, wenn du zur Ruhe kommst», sagt Hentschel.

Er war auch schon vor Ort, als 1990 in der Nähe der jetzigen Unglücksstelle ein anderer tragischer Unfall passierte: Bei einer Massenkarambolage starben damals zehn Menschen, weitere 122 wurden verletzt. Vergleichen könne man die beiden Unglücke aber nicht, sagt Hentschel: «Damals hatten wir ein eineinhalb Kilometer langes Trümmerfeld.»

Am Montagvormittag schützen Feuerwehrfahrzeuge und Planen das Buswrack vor neugierigen Blicken. Experten der Spurensicherung und der Rechtsmedizin haben mit ihren Arbeiten begonnen. Die Opfer müssen identifiziert werden. Und die Staatsanwaltschaft will aufklären, wie es zu dem Unfall kam. Denn wie ein Bus so rasch komplett in Brand geraten konnte - das wirft Fragen auf.

Die 30 Menschen, die sich aus dem Bus retten konnten, sind in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Rettungshubschrauber landeten auf der Autobahn und flogen die Opfer in Kliniken. «Sie haben teils sehr schwere Verletzungen erlitten», sagt Polizeisprecherin Anne Höfer. Die Polizei hat die A9 komplett abgeriegelt. Lange Staus auch auf den Umgehungsstraßen folgen.

Fassungslosigkeit herrscht auch in den Ortschaften im Umland, die teils in Sichtweite zur sonst pulsierenden A9 liegen. «Das ist der schlimmste Unfall, den wir je auf unserem Gemeindegebiet hatten», sagt Karl Philopp Ehrler, Bürgermeister des nahen Marktes Stammbach. Auch in Streitau, einem kleinen Dorf unweit der Unfallstelle, ist das Inferno natürlich Tagesgespräch. «Sowas Schlimmes, ganz schrecklich», sagt eine Anwohnerin. Sie denke an die Angehörigen der Opfer und an die Rettungskräfte.

Am frühen Nachmittag kommen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) an die A9. Sie sprechen mit den Helfern. Und kritisieren, dass offenkundig auf der Autobahn nicht schnell genug eine Rettungsgasse gebildet wurde für die Einsatzkräfte. Das sei unverantwortlich, sagt Herrmann über die Autofahrer, die den Einsatzfahrzeugen keinen Platz gelassen hatten.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Polizei ermittelt nach Unfall auf A3 mit zwei Toten gegen Gaffer. Der Lastwagen-Fahrer aus Ungarn, der in ein Stauende gerast war, müsse sich in einem Anhörungsbogen zum Hergang äußern, teilte die Polizei Düsseldorf mit. Die Polizei wertet zudem Videoaufnahmen vom Gegenverkehr aus, um Gaffer zu ermitteln. Die Beamten sprachen davon, dass Verkehrsteilnehmer völlig ungeniert Fotos und Videos von der Unfallstelle gemacht hätten. Das könne als Ordnungswidrigkeit oder auch als Straftat verfolgt werden. Düsseldorf - Nach dem schweren Verkehrsunfall auf der A3 bei Ratingen mit zwei Toten ermittelt die Polizei gegen den Unfallverursacher und Schaulustige. (Politik, 17.11.2017 - 10:00) weiterlesen...

Ermittlungen gegen Lkw-Fahrer nach Unfall mit zwei Toten. Eine Frau schwebt weiterhin in Lebensgefahr, wie die Polizei mitteilte. Der 41-jährige Unfallverursacher war laut Autobahnpolizei kurz vor 8.00 Uhr mit seinem Lkw in das Ende eines Staus gerast. Ein 34-jähriger Mann kam ums Leben, weil sein Auto unter einen vor ihm stehenden Lastwagen geschoben wurde. Eine 65-jährige Frau und der 26 Jahre alte Badminton-Sportler Erik Meijs wurden lebensgefährlich verletzt, der Sportler starb am Abend im Krankenhaus. Düsseldorf - Nach einem schweren Unfall auf der A3 bei Ratingen mit zwei Todesopfern ermittelt die Polizei gegen den Lastwagenfahrer. (Politik, 17.11.2017 - 01:52) weiterlesen...

Lastwagen rast auf A3 in Stauende - zwei Tote. Zwei Menschen wurden tödlich verletzt, darunter der 26 Jahre alte Badminton-Bundesligaspieler Erik Meijs. Eine Frau erlitt zudem lebensgefährliche Verletzungen. Ein 41 Jahre alter Lastwagen-Fahrer aus Ungarn war laut Autobahnpolizei kurz vor 8.00 Uhr in das Ende eines Staus gerast. Düsseldorf - Ein Lastwagen ist auf der Autobahn 3 in Nordrhein-Westfalen in ein Stauende gerast und hat mehrere Fahrzeuge zerstört. (Politik, 16.11.2017 - 23:44) weiterlesen...

Mindestens 15 Tote bei Unfall mit Kleinbus in Russland. Vier Menschen seien zudem verletzt worden, darunter drei Kinder, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf die örtlichen Behörden. Der Unfall ereignete sich in der Teilrepublik Mari El rund 600 Kilometer östlich von Moskau. Der Busfahrer habe bei Schneetreiben und auf einer schlechten Straße zu einem Überholmanöver angesetzt, dieses aber abgebrochen. Dann sei der Kleinbus mit dem Anhänger eines Holztransporters zusammengestoßen. Moskau - Bei der Kollision eines Kleinbusses mit einem Lastwagen in Russland sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. (Politik, 16.11.2017 - 20:14) weiterlesen...

Wintereinbruch - Zahlreiche Unfälle bei Schnee und Glatteis. Die meisten Karambolagen gehen glimpflich ab. Doch nicht alle. Winterliches Wetter verwandelt viele Straßen in Rutschbahnen. (Politik, 13.11.2017 - 08:52) weiterlesen...

Zahlreiche Unfälle bei Schnee und Glatteis. Die meisten Karambolagen gingen glimpflich aus. Bei einem Unfall auf der Autobahn 3 in Nordbayern erlitt ein 41-Jähriger allerdings lebensgefährliche Verletzungen. Er wurde eingeklemmt, als ein Transporter auf einen Lastwagen auffuhr. Die Unfallursache war zunächst unklar. Offenbach - Wintereinbruch zum Wochenauftakt: Schneefälle und überfrierende Nässe haben im Süden und Norden Deutschlands wieder zu etlichen Verkehrsunfällen geführt. (Politik, 13.11.2017 - 08:52) weiterlesen...