Konflikte, Atom

Nordkorea trotzt der Weltgemeinschaft weiter.

15.09.2017 - 06:48:06

Trotz neuer UN-Sanktionen - Nordkorea feuert erneut Rakete über Japan hinweg. Ungeachtet neuer Sanktionen des UN-Sicherheitsrats wie einer Deckelung der Öllieferungen feuert das Land erneut eine Rakete ab. Wieder fliegt sie über japanisches Territorium.

  • Nordkoreanische Rakete - Foto: Wong Maye-E

    Ballistische Raketen bei einer Militärparade in Pjöngjang. Foto: Wong Maye-E

  • Yongbyon - Foto: Digitalglobe

    Die nordkoreanische Atomanlage Yongbyon auf einem Satellitenbild aus dem Jahr 2004. Foto: Digitalglobe

  • Atomwaffen-Testgelände in Nordkorea - Foto: Pleiades CNES/Airbus DS/38 North/Spot Image

    Das von «Airbus Defense & Space» und der Internetseite «38 North» am 12.04.2017 veröffentlichte Satellitenfoto zeigt das Atomwaffen-Testgelände in Punggye-ri im gebirgigen Nordosten von Nordkorea. Foto: Pleiades CNES/Airbus DS/38 North/Spot Image

  • THAAD-Raketenabwehr - Foto: Ralph Scott/Department Of Defense

    Test des Raketen-Abwehrsystems THAAD: Das System dient der Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen und zielt auf die Bedrohung durch Nordkorea. Foto: Ralph Scott/Department Of Defense

  • Raketentest - Foto: KCNA

    Nach Angaben der nordkoreanischen Regierung zeigt das Foto den Test einer Hwasong-14-Interkontinentalrakete. Foto: KCNA

  • Raketenstart - Foto: Südkoreanisches Verteidigungsministerium

    Reaktion auf den nordkoreanischen Atomtest: Start einer Hyunmoo-2-Rakete in Südkorea. Foto: Südkoreanisches Verteidigungsministerium

  • Kim Jong Un neben einem Sprengkopf - Foto: KCNA/Archiv

    Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un neben einem Sprengkopf. Foto: KCNA/Archiv

  • Berichterstattung in Seoul - Foto: Ahn Young-Joon

    In einer Bahnstation in Seoul informieren sich Passanten über den jüngsten nordkoreanischen Raketenttest. Foto: Ahn Young-Joon

Nordkoreanische Rakete - Foto: Wong Maye-EYongbyon - Foto: DigitalglobeAtomwaffen-Testgelände in Nordkorea - Foto: Pleiades CNES/Airbus DS/38 North/Spot ImageTHAAD-Raketenabwehr - Foto: Ralph Scott/Department Of DefenseRaketentest - Foto: KCNARaketenstart - Foto: Südkoreanisches VerteidigungsministeriumKim Jong Un neben einem Sprengkopf - Foto: KCNA/ArchivBerichterstattung in Seoul - Foto: Ahn Young-Joon

Seoul/Tokio - Trotz Verschärfung der UN-Sanktionen wegen seines jüngsten Atomwaffentests hat Nordkorea erneut eine Rakete von mehreren tausend Kilometern Reichweite über Japan hinweg gefeuert.

Die Rakete sei nach dem Start nahe der Hauptstadt Pjöngjang 3700 Kilometer weit geflogen und dann in den Pazifischen Ozean gestürzt, teilte der südkoreanische Generalstab am Freitag mit. Nach ersten Angaben des US-Militärs handelte es sich erneut um eine Mittelstreckenrakete, wie sie Nordkorea bereits Ende des vergangenen Monats über Japan hinweg geschossen hatte.

Der UN-Sicherheitsrat wollte sich nach eigenen Angaben der Vereinten Nationen noch am Freitag in einer Dringlichkeitssitzung mit dem neuen Waffentest beschäftigen. und warfen der Führung in Pjöngjang eine erneute Provokation und Bedrohung der Nachbarländer vor. Südkoreas Streitkräfte reagierten mit einer eigenen Raketenübung, bei der eine ballistische Rakete ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer) geschossen wurde.  

«Das ist das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass mit Japan ein Vertragspartner der USA direkt bedroht wurde», hieß es in einer Mitteilung von US-Außenminister Rex Tillerson. «Diese fortgesetzten Provokationen führen dazu, dass Nordkoreas diplomatische und wirtschaftliche Isolation nur noch vertieft wird.»

Erst am Montag hatte der UN-Sicherheitsrat den sechsten und bisher größten Atomtest Nordkoreas am 3. September . Die neue Resolution sieht erstmals eine Deckelung von Öllieferungen in das Land und den Verbot der Textilexporte vor. Dadurch soll der Druck auf Pjöngjang in dem andauernden Konflikt erhöht werden. Die Regierung in Nordkorea erklärte, den Sanktionsbeschluss kategorisch abzulehnen und von ihrem Atom- und Raketenprogramm nicht abrücken zu wollen.

Nordkorea hatte nach eigenen Angaben bei dem Atomtest in diesem Monat eine Wasserstoffbombe gezündet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Mit einer härteren Resolution, die ein Ölembargo und Finanzsanktionen gegen Machthaber Kim Jong Un vorgesehen hatte, konnten sich die USA in Verhandlungen mit China und Russland nicht durchsetzen.

«China liefert Nordkorea den größten Teil ihres Öls», schrieb Tillerson nach dem jüngsten Waffentest. «Russland ist der größte Arbeitgeber für nordkoreanische Zwangsarbeiter.» Tillerson forderte China und Russland auf, die Raketentests Nordkoreas zu verurteilen und ihrerseits Maßnahmen zu ergreifen.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe verurteilte den Raketentest als «ungeheuerliche» Handlung, die nicht toleriert werden könne. Als Nordkorea Ende Juli eine Rakete ebenfalls über Japan geschossen hatte, sprach Abe von einer «beispiellosen Bedrohung». Bei dem jüngsten Test sei die Rakete 2200 Kilometer östlich der Insel Hokkaido in den Pazifik gestürzt, teilte die Regierung in Tokio mit. Nach Angaben Südkoreas hatte der Flugkörper zuvor eine Höhe von 770 Kilometern erreicht.

Südkorea warf dem Nachbarland eine «rücksichtslose Provokation» vor. Der Test sei eine «klare Verletzung von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und stellt eine und die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und die Weltgemeinschaft dar», hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums. Südkoreas Präsident Moon Jae In berief den Nationalen Sicherheitsrat ein, um über die Lage zu beraten.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea sowohl Atomwaffenversuche als auch Tests von ballistischen Raketen. Dabei handelt es sich in der Regel um Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können. Nordkorea arbeitet an Langstreckenraketen, die einen Atomgefechtskopf bis in die USA tragen können. 

@ dpa.de

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