Kriminalität, Silvester

Nach wie vor werden Details der Kölner Silvesternacht bekannt: Nach einem Medienbericht sollen Flüchtlinge im vergangenen Jahr als Wachleute eingesetzt worden sein.

29.12.2016 - 13:32:05

Für 5 Euro pro Stunde - Flüchtlinge in Köln zu Silvester für Sicherheit eingesetzt. Das betreffende Unternehmen und die Stadt Köln dementieren das.

Köln - In der Kölner Silvesternacht 2015 sollen einem Medienbericht zufolge Dutzende Flüchtlinge ohne entsprechende Ausbildung als Wachleute eingesetzt worden sein.

Nach Recherchen der «Bild»-Zeitung warb ein Sicherheitsdienst 59 Männer in Erstaufnahmelagern als Security-Kräfte an. Die Stadt und der «Rheinische Sicherheitsdienst» dementierten heute auf Anfrage, dass es sich um Wachleute gehandelt habe. Die Männer wurden demnach als Hilfskräfte eingesetzt, um Absperrgitter aufzustellen.

Die Flüchtlinge, die laut «Bild» (Donnerstag) vor allem aus Nordafrika, Syrien und Afghanistan stammen, sollen erst kurze Zeit in Deutschland gewesen sein. Man habe sie unter anderem auf den Rheinbrücken eingesetzt. Wie die Zeitung weiter schreibt, zahlte ein Subunternehmen den Männern fünf Euro pro Stunde - kaum mehr als die Hälfte des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohns. Der Stadt Köln seien später 15,40 Euro pro Stunde und Mitarbeiter in Rechnung gestellt worden.

Eine Sprecherin der Stadt Köln sagte dazu, es werde geprüft, «ob die Abrechnungen gegenüber der Stadt Köln korrekt waren». Man habe dazu Stellungnahmen und Belege bei der Wachschutzfirma «Rheinischer Sicherheitsdienst» angefordert.

Ein Sprecher der Firma sagte, es habe sich bei den Männern nicht um Wachleute, sondern um Servicepersonal gehandelt. Die Personen hätten einzig und allein die Aufgabe gehabt, im Bedarfsfall Absperrgitter aufzustellen. Dazu sei es aber gar nicht gekommen.

In der vergangenen Silvesternacht hatten in der Kölner Innenstadt rund um den Hauptbahnhof chaotische Zustände geherrscht. Es kam massenhaft zu Straftaten. Vor allem eine Vielzahl sexueller Übergriffe auf Frauen löste Entsetzen aus. Die meisten der inzwischen ermittelten Beschuldigten kommen aus Algerien und Marokko.

@ dpa.de

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