Militär, Simbabwe

Nach fast vier Jahrzehnten an der Macht hat das Militär Präsident Robert Mugabe scheinbar kaltgestellt.

15.11.2017 - 11:49:19

Botschaften warnen - Das Militär übernimmt in Simbabwe die Kontrolle. Die Soldaten rissen in Simbabwe die Macht an sich. Westliche Botschaften warnen ihre Staatsbürger.

  • Simbabwe - Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

    Der Kampf um die Nachfolge des greisen Langzeitpräsidenten Robert Mugabe ist eskaliert. Das Militär hat in Simbabwe die Kontrolle an sich gerissen. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

  • Harare - Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

    Straßenszene in Harare, auf einer Straße, die zum Büro von Präsident Mugabe führt. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

  • Militär übernimmt Kontrolle - Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

    In Simbabwe ist der Kampf um die Nachfolge des greisen Langzeitpräsident Mugabe eskaliert: Das Militär hat nach eigenen Angaben zeitweise die Kontrolle über den Staat übernommen. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

  • Krise in Simbabwe - Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

    Harare: Es gehe darum, eine «sich verschlimmernde politische, soziale und wirtschaftliche» Krise zu überwinden, erklärte Generalmajor Moyo in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

  • Straßenkontrolle - Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

    Soldaten untersuchen in Harare, Simbabwe, auf einer Straße, die zum Büro von Präsident Mugabe führt, ein Fahrzeug. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi

  • Generalmajor Sibusiso Moyo - Foto: Uncredited/ZBC/AP

    Das Standbild eines Videos zeigt Simbabwes Generalmajor Sibusiso Moyo in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen. Foto: Uncredited/ZBC/AP

Simbabwe - Foto: Tsvangirayi MukwazhiHarare - Foto: Tsvangirayi MukwazhiMilitär übernimmt Kontrolle - Foto: Tsvangirayi MukwazhiKrise in Simbabwe - Foto: Tsvangirayi MukwazhiStraßenkontrolle - Foto: Tsvangirayi MukwazhiGeneralmajor Sibusiso Moyo - Foto: Uncredited/ZBC/AP

Harare - In Simbabwe ist der Kampf um die Nachfolge des greisen Langzeitpräsidenten Robert Mugabe eskaliert: Das Militär hat die Kontrolle über den Staat an sich gerissen.

Simbabwes Langzeitpräsident Robert Mugabe steht in Folge der Machtübernahme des Militärs unter Hausarrest. Das erklärte Südafrikas Präsident Jacob Zuma heute nach einem Telefonat mit Mugabe.

Es gehe darum, eine «sich verschlimmernde politische, soziale und wirtschaftliche» Krise zu überwinden, erklärte Generalmajor Sibusiso Moyo an diesem Mittwoch in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen. Es handle sich jedoch nicht um einen Militärputsch, betonte er.

Es gehe darum, Verbrecher in Mugabes Umfeld zur Strecke zu bringen. Mugabe (93) und seine Familie seien in Sicherheit. «Sobald wir unsere Mission erfüllt haben, erwarten wir eine Rückkehr zur Normalität», sagte der Generalmajor.

Der Amtssitz des Präsidenten in Harare und das Parlament waren am Morgen nach Angaben eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur von Soldaten abgeriegelt. Bereits seit Dienstag war es zu einer verstärkten Militärpräsenz in der Hauptstadt gekommen. Soldaten nahmen Augenzeugen zufolge Finanzminister Ignatius Chombo fest. Zunächst unbestätigten Berichten zufolge sollen auch weitere Minister festgenommen worden sein. Mugabe selbst wurde vom Militär allem Anschein nach unter Hausarrest gestellt. Ein Sprecher bestätigte lediglich, dass Mugabe sicher in der Obhut des Militärs sei.

Die Streitkräfte forderten alle Sicherheitskräfte auf, im Interesse des Landes mit den Soldaten zu kooperieren. Die Regionalmacht Südafrika warnte die Armee indes vor einem Umsturz. Es müsse eine friedlich Lösung der Krise geben, forderte Präsident Jacob Zuma.

Im Zentrum von Harare war an diesem Mittwoch eine starke Militärpräsenz sichtbar, es blieb jedoch zunächst scheinbar alles friedlich. In der Nacht hatte es Augenzeugen zufolge zuvor mindestens drei laute Explosionen in der Hauptstadt Harare gegeben, auch Schüsse wurden gehört. Die Botschaften der USA und Großbritanniens ermahnten ihre Staatsbürger in Simbabwe wegen der unklaren Situation zu großer Vorsicht und forderten sie auf, zu Hause zu blieben. Die US-Botschaft sollte geschlossen bleiben.

Die politische Krise in Simbabwe um die Nachfolge des seit 1980 regierenden Mugabe spitzte sich seit vergangener Woche zu, nachdem Mugabe seinen langjährigen Vizepräsidenten und möglichen Nachfolger Emmerson Mnangagwa gefeuert hatte.

Das Militär stand bislang immer stramm hinter Mugabe, doch es stand auch hinter Mnangagwa, der als Verbündeter von Militärchef General Constantino Chiwenga gilt. Die beiden kämpften mit Mugabe zusammen gegen das weiße Minderheitsregime im damaligen Rhodesien. Sie gelten als entschlossene Widersacher von First Lady Grace Mugabe (52), die ihrem Mann im höchsten Staatsamt nachzufolgen hofft. Der festgenommene Finanzminister hingegen gilt als prominenter Unterstützer von Grace Mugabe.

Armeechef Chiwenga drohte der Regierung am Montag öffentlich, dass die Armee angesichts der Krise im Land bereit sei «einzuschreiten». Die Regierungspartei Zanu-PF sprach daraufhin am Dienstag von Verrat und Anstachelung zur gewaltsamen Auflehnung gegen die verfassungsrechtliche Ordnung. Mugabe wird beim Gehen inzwischen häufig gestützt, bei öffentlichen Auftritten wurde er zuletzt immer wieder schlafend fotografiert. Er hatte jedoch angekündigt, sich 2018 um eine weitere Amtszeit zu bewerben.

Ein Analyst der Beratung ExxAfrica, Robert Besseling, erklärte, die Funkstille der Regierung deute darauf hin, dass Mugabe die Kontrolle über die Situation verloren habe. Sollte es zu einem Militärputsch kommen, seien in der Nähe wichtiger Einrichtungen in Harare Kämpfe zwischen Fraktionen des Militärs und der Polizei zu befürchten, so Besseling weiter. Ein Experte der Risikoberatung Verisk Maplecroft erklärte, die erhöhte Militärpräsenz sei ein klares Zeichen, dass die Streitkräfte notfalls einschreiten würden, um Grace Mugabe als Präsidentin zu verhindern.

Simbabwe mit seinen etwa 15 Millionen Einwohnern gehört einem UN-Index zufolge zu den ärmsten Staaten der Welt. Mugabe hat die frühere Kornkammer des südlichen Afrikas heruntergewirtschaftet. Das Land hat sich bislang noch nicht von einer schweren Wirtschaftskrise erholt, in Folge derer es 2008 zu einer galoppierenden Hyperinflation und zum Zerfall der Landeswährung kam.

@ dpa.de

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