Wahlen, Landtag

Nach dem Wahlbeben im Norden hat der Koalitionspoker an der Küste begonnen.

08.05.2017 - 15:20:05

Jamaika-Koalition im Norden? - Nach der Wahl: In Schleswig-Holstein startet der Machtpoker. Die Nebelschwaden lichten sich nur langsam. Ein Jamaika-Bündnis scheint zum Favoriten zu werden.

  • Gewinner und Verlierer - Foto: Carsten Rehder

    Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Albig und CDU-Spitzenkandidat Günther nach der Wahl. Foto: Carsten Rehder

  • SPD-Zentrale - Foto: Rainer Jensen

    Torsten Albig und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz treten in der SPD-Zentrale in Berlin vor die Presse. Foto: Rainer Jensen

  • Abbau - Foto: Carsten Rehder

    Mitarbeiter einer Plakatfirma verladen in Neumünster ein Wahlplakat der SPD. Carsten Rehder Foto: Carsten Rehder

  • Gewinner der Wahl - Foto: Kay Nietfeld

    Der Gewinner der Landtagswahl: Daniel Günther ommt in der CDU-Parteizentrale in Berlin an. Foto: Kay Nietfeld

  • Daniel Günther - Foto: Christian Charisius

    Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die CDU auf 32,0 Prozent. Foto: Christian Charisius

  • Torsten Albig - Foto: Daniel Bockwoldt

    Schlappe für die SPD: Sie wird zwar zweitstärkste Kraft, erreicht aber nur 27,2 Prozent. Foto: Daniel Bockwoldt

Gewinner und Verlierer - Foto: Carsten RehderSPD-Zentrale - Foto: Rainer JensenAbbau - Foto: Carsten RehderGewinner der Wahl - Foto: Kay NietfeldDaniel Günther - Foto: Christian CharisiusTorsten Albig - Foto: Daniel Bockwoldt

«Wir liegen so eindeutig vor der SPD, die Menschen in Schleswig-Holstein wollen einen richtigen Wechsel. Das geht nur, wenn die CDU die Landesregierung anführt», sagte er in Berlin. Eine große Koalition wäre «das falscheste Signal» nach so einer Wahl. Seine Priorität sei klar: eine Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP.

Das ist allerdings nicht die der dafür benötigten Grünen. Aus der inhaltlichen Analyse spreche für die Grünen mehr dafür, eine Ampelkoalition zumindest zu sondieren, sagte der grüne Landesumweltminister Robert Habeck, das Zugpferd der Partei bei der Wahl.

Aus FDP-Sicht ist eine Ampel aber sehr unwahrscheinlich, und «unter Führung von Torsten Albig ist sie wirklich ausgeschlossen», sagte Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki. Dann doch eher Jamaika. FDP-Chef Christian Lindner wertete den Wahlausgang als «Motivationsschub für die gesamte FDP mit Blick auf die Bundestagswahl».

Die Blicke richteten sich auch auf die NRW-Wahl am Sonntag. Der dortige CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet sagte in Berlin: «Herr Albig hat einen Fehler gemacht, den ich finde, Frau Kraft auch macht: Dass sie nämlich nicht klar ein Bündnis mit der Linken ausschließt. (...) Ich fordere sie jetzt auch noch einmal auf, Rot-Rot-Grün ein für alle mal auszuschließen.»

NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft wollte partout keine Auswirkungen der SPD-Niederlagen im Saarland und in Schleswig-Holstein auf ihr Land sehen: «Beide Länder sind nicht mit Nordrhein-Westfalen vergleichbar und haben völlig andere Strukturen», sagte sie der dpa. «Es gab in Schleswig-Holstein auch individuelle Fehler vor Ort, die die Kollegen jetzt selbst analysieren müssen.»

FDP und Grüne erzielten an Sonntag jeweils zweistellige Ergebnisse und hätten sowohl mit der CDU als auch mit der SPD eine Mehrheit im neuen Landtag. Für die in den vergangenen fünf Jahren regierende Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW - die Partei der dänischen Minderheit - reichte es nicht mehr.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die CDU auf 32,0 die SPD auf 27,2 Prozent, die Grünen erreichten 12,9, die FDP zieht mit 11,5 und die AfD mit 5,9 Prozent in den Landtag.

@ dpa.de

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